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Pollenallergie
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Fünf Tipps zum Start der Heuschnupfen-Saison

Eine Pollenallergie kann Betroffenen viel Lebensqualität rauben. Menschen mit entsprechenden Allergien können ein paar Dinge tun, um besser durch die Pollensaison zu kommen.
AutorKontaktdpa
Datum 14.03.2025  15:00 Uhr

Tipp 4: Pollenbelastung reduzieren

Geht es ums Lüften mit Pollenallergie, ist oft zu lesen: auf dem Land eher in den Abendstunden, in der Stadt lieber morgens. »Pauschal lässt sich das aber gar nicht sagen«, sagt Schwalfenberg. Denn bei der Pollenbelastung kann es immer Schwankungen geben, bedingt etwa durch das Wetter. Ein dicker, anhaltender Regenschauer, wäscht viele Pollen aus der Luft. Ein kurzer Nieselregen kann hingegen dazu führen, dass eher mehr Pollen durch die Luft fliegen. Natürlich spielt auch eine Rolle, welche Bäume in der Umgebung stehen.

Im Zweifel gilt also: ausprobieren, was beim Lüften funktioniert und was nicht. Weiterer Tipp: Ein Pollenschutzgitter vor dem Fenster können Schwalfenberg zufolge einen Großteil der Pollen abhalten. Da das feine Maschengewebe den Luftaustausch hemmt, sollte man dann aber etwas länger lüften.

Wenn man tagsüber draußen unterwegs war, sollten sich Menschen mit Pollenallergie abends die Haare waschen. »Sonst nimmt man die Pollen mit auf das Kopfkissen. Dann dreht man sich ein paar Mal und plötzlich sind sie im Auge und es gibt eine Reaktion.«

Die Kleidung, die man tagsüber getragen hat, sollte man zudem nicht im Schlafzimmer ausziehen. Besser: im Flur oder »da, wo die Waschmaschine steht, sodass man die Kleidung vielleicht direkt mit einem Kurzwaschprogramm spülen kann.«

Tipp 5: Spezifische Immuntherapie in Erwägung ziehen

An der Wurzel packen lässt sich eine Pollenallergie jedoch nur mit einer spezifischen Immuntherapie, auch als Hyposensibilisierung bekannt. Das Prinzip: »Dem Körper werden geringe Dosen des Allergens zugeführt, wodurch die Immunantwort verändert werden soll«, erklärt Hildenbrand. Die Therapie dauert normalerweise drei Jahren, in seltenen Fällen auch länger. Diese zwei Wege gibt es:

  • Immuntherapie mit Spritzen (subkutan): »Dabei wird das Allergen unter die Haut gespritzt und später wird in gewissen Abständen diese Spritze wiederholt«, sagt Hildenbrand.
  • Immuntherapie mit Tabletten oder Tropfen (sublingual): Dabei wird das Allergen in Form von Tabletten oder Tropfen unter die Zunge gegeben. »Vorteil ist, dass der Patient oder die Patientin das selbstständig zu Hause machen kann«, erklärt die Medizinerin. »Was aber gleichzeitig auch der Nachteil ist: Man muss an die tägliche Einnahme denken.«

Komplette Symptomfreiheit dürfen Allergikerinnen und Allergiker zwar nicht immer erwarten, dennoch zeigt die Therapie bei vielen Erfolge. Die Beschwerden bessern sich deutlich, es sind weniger oder gar keine Medikamente mehr nötig. »Bei den Pollen, gerade bei Gräsern, gibt es sehr gute Studien, dass die spezifische Immuntherapie sehr gut wirksam ist, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen«, so Hildenbrand. Studien zeigen auch, dass sich mit einer spezifischen Immuntherapie ein Etagenwechsel verhindern lässt.

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