Fünf Tipps statt Tricks, wie ein Arzneimittel ins Kind kommt
Theorie und Praxis der korrekten Arzneimittelanwendung bei Kindern liegen oft weit auseinander, wenn die Kleinen nicht mitmachen wollen. Statt mit Druck, Bestechung oder Täuschung geht es auch anders.
Ehrlich sein: Arzneimittel sollten nicht heimlich in Lebensmitteln versteckt werden. »Kinder können sich ausgetrickst fühlen und anschließend dieses Lebensmittel gar nicht mehr essen.« Kircher wirbt für Ehrlichkeit und Auswahl. Man könne sagen: »Wir wollen dir helfen und dir die Sache einfacher machen, indem wir es in deinen Joghurt rühren.« Das Lebensmittel (Kompatibilität vorausgesetzt) sollte das Kind aussuchen dürfen.
In kleinen Schritten: Bei flüssigen Arzneimitteln sollte man auf kleine Schlucke achten oder aus einer Dosierspritze nur kleine Mengen geben (zum Beispiel 20 ml auf viermal 5 ml verteilt), damit das Kind in Ruhe und mit kleinen Pausen schlucken kann. »Geben Sie auch die Möglichkeit, etwas anderes nachzutrinken.«
Fester Plan: Das Kind sollte wissen, wann die Medizin an der Reihe ist, zum Beispiel erst essen, dann vorlesen, dann das Arzneimittel, dann Zähneputzen und ins Bett.
Auswahl anbieten: Kinder sind oft kooperativer, wenn sie (begrenzte) Entscheidungsmöglichkeiten haben, zum Beispiel über den Dosierlöffel oder die Dosierspritze, mit Apfelschorle oder Wasser, vor oder nach der Medienzeit.
Übung macht den Meister: Wenn Kinder Tabletten einnehmen müssen, kann man das Schlucken mit kleinen Schokoperlen wie für Kuchenverzierung über kleinere Schokolinsen hin zu größeren üben. Ein normaler M&M habe in etwa die gleiche Größe wie eine Standardtablette.