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Extremwetter
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Fünf Millionen temperaturbedingte Todesfälle jährlich

Jährlich fünf Millionen Todesfälle gehen weltweit auf abnorme Temperaturen zurück. Dabei ist Kälte das größere Problem als Hitze. In Europa könnte durch den Klimawandel die hitzeassoziierte Sterblichkeit in den kommenden Jahrzehnten aber erheblich zunehmen, zeigen aktuelle Studien.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 08.07.2021  17:55 Uhr
Anstieg der hitzebedingten Sterblichkeit in Europa erwartet

Anstieg der hitzebedingten Sterblichkeit in Europa erwartet

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt ein Team um Dr. Èrica Martínez-Solanas vom Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal), Spanien, in einer ebenfalls in »The Lancet Planetary Health« publizierten Studie. Ihr Fazit: wenn nicht bald strenge Maßnahmen gegen den Klimawandel eingeführt werden, wird die temperaturbedingte Mortalität in Europa insgesamt in den kommenden Jahrzehnten ansteigen. Der Rückgang der kältebedingten Todesfälle könne den erwarteten starken Anstieg der hitzebedingten Todesfälle zumindest in unseren Breitengraden nicht ausgleichen.

Die Forschenden hatten ebenfalls Mortalitäts- und Klimadaten analysiert – allerdings für 16 europäische Länder aus den Jahren 1998 bis 2012. Der Untersuchung zufolge waren 7 Prozent der Todesfälle in diesem Zeitraum mit der Temperatur assoziiert. Auch sie stellten fest, dass 10-mal mehr Menschen aufgrund von Kälte sterben als aufgrund von Hitze. 

»Den Daten zufolge wird sich die Gesamtzahl der temperaturassoziierten Todesfälle in den kommenden Jahren stabilisieren oder sogar reduzieren«, sagt Martínez-Solanas in einer Mitteilung des ISGlobal. Dem würde aber ein starker Anstieg der Sterblichkeit abhängig von den Treibhausgas-Emissionen irgendwann in der Mitte oder am Ende des Jahrhunderts folgen, so die Forscherin. Mittelmeerländer wären von diesem Anstieg stärker betroffen als nördliche Länder. Ein Faktor sei in die Berechnungen und Szenarien nicht mit eingeflossen, sagt Seniorautor Professor Dr. Joan Ballester: Die Fähigkeit des Menschen, sich an neue Bedingungen anzupassen.

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