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Halle und Erlangen-Nürnberg
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Forschung im Doppelpack

Gleich zwei neue pharmazeutische Forschungszentren haben in diesem Jahr ihre Arbeit aufgenommen – an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Halle-Wittenberg. Zwei Professorinnen berichten, was die Forschung der jeweiligen Zentren auszeichnet.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 19.05.2023  07:00 Uhr

Forschungszentrum Halle

Mit dem »Forschungszentrum für Arzneimitteltherapie – Halle« gibt es seit Kurzem auch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ein neues Zentrum für die Forschung rund um Arzneimittel. Die gemeinsame Einrichtung der Naturwissenschaftlichen Fakultät I und der Medizinischen Fakultät der MLU wurde am 19. April in Halle eröffnet.

»Das große Ziel des Forschungszentrums ist die Optimierung der Arzneimitteltherapie in all ihren Facetten«, erklärt die Zentrums-Direktorin Professor Dr. Sonja Keßler im Gespräch mit der PZ. Sie leitet die Arbeitsgruppe Experimentelle Pharmakologie für Naturwissenschaften der MLU. Die im Forschungszentrum gewonnen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in den klinischen Alltag zu überführen und dadurch die Entwicklung und klinische Testung innovativer Arzneimittel voranzutreiben.

Das Themenspektrum sei dabei vielfältig, erklärt Keßler. Es umfasse unter anderem innovative und personalisierte Therapien, die Verbesserung von Darreichungsformen bestehender Medikamente, oder die Optimierung von Diagnoseverfahren. Auch die Entwicklung neuer Behandlungsansätze sowie Forschung zur Arzneimittelsicherheit sind Forschungsschwerpunkte.

Austauschen und kooperieren

»Intern zielt das Zentrum darauf ab, die Naturwissenschaftliche Fakultät I der MLU, insbesondere das Institut für Pharmazie, noch besser mit der Medizinischen Fakultät zu vernetzen, Kooperationen zu erleichtern und so eine gute Basis für zukünftige gemeinsame Forschungsverbünde zu bieten«, erklärt Keßler. Durch regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen solle der Austausch und damit die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert werden.

Außerdem wolle das Zentrum mit gemeinsamen Symposien und einem Forschungstag zur Ausbildung des wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchses beitragen, sagt die Professorin und ergänzt: »Die Symposien sollen die Schnittstelle zwischen dem Bedarf in der Klinik mit möglichen Lösungsansätzen aus der anwendungsorientierten Forschung beleuchten«.

Vorerst seien Symposien und gemeinschaftliche Veranstaltungen nur für Graduierte wie Diplomanden oder Promovierende gedacht, erklärt Keßler. »Interdisziplinäre Veranstaltungen dieser Art sind aber auch für Medizin- und Pharmaziestudierende denkbar und könnten ein mittelfristiges Ziel sein«, so die Direktorin des Forschungszentrums. Enge Kontakte zur pharmazeutischen Industrie und zu außeruniversitären Forschungseinrichtungen fördern Kooperationen und helfen den Forschenden, sich zu vernetzen.

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