Die PTA-Vertretungslösung sei »nicht aktzeptabel«, auch mit den Verschärfungen nicht. Dies bedeute keine Abwertung der wertvollen Arbeit der PTA, betonte Hubmann. Ohne diese wäre der Apothekenbetrieb nicht möglich, sie seien wichtiger denn je. Die Änderungen im Regierungsentwurf verhinderten aber nicht, dass die Vertretungsklausel ein »ordnungspolitischer Sündenfall« sei, der Konzernen den Einstieg in die Struktur ermögliche. »Diese Tür bekommen wir nie mehr zu«, so Hubmann. »Keine PTA-Vertretung!«, rief er und die Menge wiederholte ihren lauten Applaus.
Die Teams hielten Plakate und Banner hoch, sorgten auf dem Odeonsplatz mit Klappern, Trillerpfeifen und »Apotheken-retten-jetzt!«-Chören für ordentlich Lärm. Inhaberin Verena Roth aus München war mit ihrem Team vor Ort. Es sei höchste Zeit, dass die im Koalitionsvertrag verankerte Honorarzusage endlich umgesetzt werde, so Roth. »Wie lange warten wir jetzt schon darauf?« Die geplante PTA-Vertretungsbefugnis sei ein Risiko für das Versorgungssystem; es öffne der Aufweichung des Fremdbesitzverbots Tür und Tor.
So sieht das auch das Team von Julia Schober aus der Nähe von Passau. Die Inhaberin der Ludwigs-Apotheke in Eging am See wertet die fällige Honorarerhöhung als »letzten Strohhalm« für die Apothekenstärkung; der Koalitionsvertrag müsse endlich umgesetzt werden.
Auch der Apothekennachwuchs sorgt sich. PJlerin Marie-Josephine Joly von der Nauplia-Apotheke München meint: »Apotheken gibt es nicht zum Nulltarif! Apotheken sind wichtig für die Versorgung und die Menschlichkeit. Hier kann sich jeder beraten lassen. Das Apothekensterben macht mir schon Sorgen; das darf so nicht weitergehen.«
Dass es höchste Zeit für eine Umsetzung ist, betont Andrea Gerdemann von der König-Apotheken in Baldham und Haar. »Es ist heute besonders wichtig, weil wir nahe dran sind, dass sich etwas bewegt, vor allem in puncto Honoraranpassung. Ich finde es toll, dass wir mehr in die Prävention eingebunden werden sollen; das spart auch Geld im Gesundheitssystem.«