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mRNA-Impfstoff
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FDA lehnt Prüfung von Modernas Grippeimpfstoff ab

In einer unerwarteten Entscheidung hat die US-amerikanische Behörde FDA abgelehnt, den Zulassungsantrag eines Grippeimpfstoffs von Moderna zu prüfen. Sie gibt dafür formale Gründe an. Viele Beobachter sehen dies jedoch als politische Entscheidung – zur Schwächung der mRNA-Impfstofftechnologie.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 11.02.2026  18:00 Uhr
Starker Gegenwind für die mRNA-Technologie in den USA

Starker Gegenwind für die mRNA-Technologie in den USA

Es ist sicher kein Zufall, dass Bancel in diesem Statement zweimal das Wort »Amerika« einflicht. Denn der amtierende US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. ist Impfungen gegenüber kritisch bis feindlich eingestellt. Seine Behörde verbreitet falsche Informationen über einen nicht belegten Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus. Kürzlich strich Kennedy die offiziellen Impfempfehlungen für Kinder deutlich zusammen. Insbesondere die mRNA-Technologie lehnt Kennedy ab; Fördermittel in Höhe einer halben Milliarde US-Dollar (rund 430 Millionen Euro) für die Arbeit an mRNA-Impfstoffen wurden auf sein Betreiben gekürzt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Moderna bereits angekündigt, wegen der Impfskepsis von Amtsträgern in den USA nicht mehr in neue Studien mit fortgeschrittenen Impfstoffkandidaten zu investieren. Den Zulassungsantrag für die kombinierte Grippe- und Covid-19-Impfung mRNA-1083 habe die Firma in den USA letztes Jahr zurückgezogen, um zunächst die Ergebnisse der Studie P304 abzuwarten. Der Kombiimpfstoff enthält als Influenza-Komponente ebenfalls mRNA-1010; die zweite Komponente ist mRNA-1283, Modernas Covid-19-Impfstoffkandidat der nächsten Generation.

In der EU laufen die Prüfungen der Zulassungsanträge für den Grippeimpfstoff mRNA-1010 und für den Grippe-/Covid-19-Kombiimpfstoff mRNA-1083 durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) weiter.

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