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Europäische Arzneimittelagentur 
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Fazit zur größten Impfkampagne Europas

Bei ihrer letzten pandemischen Pressekonferenz blickte die Europäische Arzneimittelagentur EMA auf die »größte Impfkampagne in der Geschichte Europas« zurück: Seit Dezember 2020 wurden acht Corona-Impfstoffe zugelassen und eine Milliarde Dosen verabreicht. Wie geht es weiter?
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 07.06.2023  15:30 Uhr
»Immenses« Wissen zur Sicherheit der Covid-19-Impfstoffe

»Immenses« Wissen zur Sicherheit der Covid-19-Impfstoffe

Dr. Georgy Genov, Verantwortlicher für den Bereich Pharmakovigilanz der EMA, ging auf die Überwachung der Impfstoffsicherheit in der Pandemie näher ein. Es sei klar gewesen, dass für die Pandemiebekämpfung eine möglichst schnelle Einführung der Impfstoffe entscheidend sein würde. Daher hatte die Agentur ein beschleunigtes Safety-Monitoring gestartet. Die Arbeit der EMA habe schon vor Zulassung der Impfstoffe begonnen, so habe sie im November 2020 einen Monitoringplan erstellt, um die zu erwartenden riesigen Mengen an Daten von den Impfkampagnen verarbeiten zu können.

Die Herstellerfirmen mussten zudem zusätzlichen Verpflichtungen nachkommen und monatliche Updates zu ihren Impfstoffen für mindestens sechs Monate nach Zulassung einreichen. Die Auswertung dieser Daten habe die EMA in Form monatlicher Sicherheits-Updates zu den Covid-19-Impfstoffen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Insgesamt 1,7 Millionen Meldungen von potenziellen unerwünschten Impfreaktionen seien in das Pharmakovigilanz-System der EMA eingegangen. »Das Wissen zur Sicherheit der Covid-19-Impfstoffe ist immens«, sagte Genov.

Covid-19 sei keine Gesundheitsnotlage mehr, doch die Arbeit der EMA gehe weiter, betonte auch er. Die Behörde werde die Sicherheit der Coronaimpfstoffe weiterhin überwachen, so wie es für alle zugelassenen Therapeutika der Fall ist.

Lehren aus der Pandemie

Eine Lehre, die Cooke aus der Coronapandemie gezogen hat, ist, dass in zukünftigen Krisen die Kommunikation mit der Bevölkerung noch weiter verbessert werden müsse. Man müsse daran arbeiten, noch verständlicher zu kommunizieren und auch in verschiedenen Sprachen. Zudem könne die Zusammenarbeit mit den nationalen Institutionen, die in den einzelnen EU-Ländern die Impfempfehlungen aussprechen, noch verstärkt werden und man könne die Planung klinischer Studien weiter optimieren. Zu Beginn der Pandemie sei eine Vielzahl von klinischen Studien zu potenziellen Covid-19-Therapeutika gestartet worden, von denen nur wenige zu aussagekräftigen Ergebnissen für Patienten geführt hätten. 

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