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Versorgung
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EU-Parlament will mehr Unabhängigkeit bei Arzneimitteln

Das EU-Parlament will als Folge aus der Coronavirus-Pandemie mehr Unabhängigkeit Europas bei der Versorgung mit Medikamenten. Zudem soll das Gebührensystem der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) modernisiert werden.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 13.07.2023  10:00 Uhr

Zu den wichtigsten Vorschlägen eines am gestrigen Mittwoch vom EU-Parlament in Straßburg angenommenen Berichts zähle etwa, »die strategische Autonomie der EU im Bereich Arzneimittel zu stärken und die Vergabe von Aufträgen durch die EU transparenter zu machen«, teilte das EU-Parlament mit.

Man solle zudem stärker in Strategien investieren, um beispielsweise Long-Covid besser bekämpfen zu können. Während der Corona-Pandemie hatte die EU-Kommission den Kauf von Impfstoffen gegen Corona für die EU-Länder koordiniert.

Die EU müsse einen genauen Blick auf ihre Rolle bei der weltweiten Reaktion auf die Pandemie werfen und mehr denn je auf internationale Zusammenarbeit und Solidarität setzen, sagte Kathleen Van Brempt, die Vorsitzende des Sonderausschusses, der den Bericht ausgearbeitet hatte. »Nun ist es an der Kommission, unsere Empfehlungen aufzugreifen und Vorschläge für eine krisenfestere und zukunftssichere EU vorzulegen.«

EMA-Gebührensystem komplex und veraltet

Das Europäische Parlament gab außerdem grünes Licht für den Bericht zur Vereinfachung des Finanzierungssystems der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Das meldet das Mediennetzwerk Euractiv.de.

»Dies wird die Struktur der Gebühren für die Europäische Arzneimittel-Agentur erheblich modernisieren«, sagte demnach der Berichterstatter des Textes, der rumänische Europaabgeordnete Cristian Silviu Bușoi. Das derzeitige Gebührensystem, das seit fast zwei Jahrzehnten in Kraft ist, wird als zu komplex und veraltet angesehen.

Als Gründe dafür führt das Portal an, dass die EMA etwa durch die Coronavirus-Pandemie oder den europäischen Raum für Gesundheitsdaten sowie das neue Arzneimittelgesetz vor neuen Aufgaben stehe. Dadurch sei die derzeitige Finanzierungsstruktur nicht mehr effizient. So werde die EMA beispielsweise die Arzneimittelknappheit überwachen müssen oder eine Rolle bei der Nutzung der gesammelten Gesundheitsdaten spielen. »Es ist gut, dass wir dafür eine moderne und neue Rechtsgrundlage haben«, so Busoi laut Euractiv.de.

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