| Cornelia Dölger |
| 06.10.2026 13:25 Uhr |
Die Stimmung in der Branche hat sich derweil etwas aufgehellt, wie die alljährliche Herbstumfrage des Verbands unter seinen Mitgliedsunternehmen ergeben hat. Demnach erwarten die 120 teilnehmenden BVMed-Mitgliedsunternehmen in Deutschland für dieses Jahr einen Umsatzanstieg von 3,9 Prozent gegenüber 2025. Allerdings verbinden sie mit ihrer Zuversicht klare Erwartungen an die Politik. So müssten die MDR-Revision, der Bürokratieabbau und ein besserer Innovationszugang vorangetrieben werden. Zudem sei die Umfrage vor der Verabschiedung des GKV-Spargesetzes durchgeführt worden.
Getrübt wird die Stimmung laut der Umfrage zudem durch steigende Kosten etwa für Bürokratie, Zertifizierungen und Personal. Die Branche investiere gleichwohl weiter in Arbeitsplätze und Forschung, wenn auch weniger als in den Vorjahren. Man erhoffe sich eine Stärkung des Standorts durch die Politik.
Dass die Med-Tech-Branche als Leitwirtschaft anerkannt und in den Pharmadialog aufgenommen worden sei, wertete Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des BVMed, als Chance. Aufgeschobene Reformen würden allmählich angegangen, was die Branche verhalten optimistisch stimme. Bei den Sparplänen schieße die Bundesregierung aber übers Ziel hinaus, hier müsse nachgebessert werden.
Der BVMed fordert zudem einen schnelleren Zugang digitaler Medizintechnik-Lösungen wie des Telemonitorings zur Regelversorgung. Nach Ansicht von BVMed-Vize Dorothee Stamm braucht es dafür einen eigenständigen Vergütungsweg, da die bestehenden Strukturen und Erstattungsverfahren Innovationen ausbremsen. Ziel sei, digitale Versorgungsformen schneller in die Praxis zu bringen und sektorenübergreifend nutzbar zu machen.
Zudem wurde eine Studie vorgestellt, die das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR im Auftrag des BVMed durchgeführt hat. Diese schätzt die Krankheitslast der koronaren Herzkrankheit in Deutschland auf 59,4 Milliarden Euro jährlich. Medizintechnische Innovationen könnten laut der Studie dazu beitragen, diese Belastung deutlich zu reduzieren.