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Warken kündigt Reformen an
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»Es wird alles auf den Prüfstand gestellt. Es gibt keine Denkverbote.«

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das deutsche Gesundheitssystem resilienter machen. Dabei sieht sie die Arzneimittelversorgung als wichtigen Faktor und will die Apotheken mit einer Reform stärken. Gleichzeitig kündigte die Ministerin angesichts klammer Kassen »einschneidende Reformen« an.
AutorAlexander Müller
Datum 14.10.2025  19:42 Uhr

Politik muss Strukturen vor Ort erhalten

Während Corona sei die kleinteilige Organisation vor Ort von Vorteil gewesen. Diese Strukturen müssten aufrecht gehalten werden. Die Apotheke müsse Arzneimittel vorrätig haben, der Arzt vor Ort sein und die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsämtern funktionieren. »Es ist Aufgabe der Politik zu schauen, dass die Strukturen vor Ort erhalten sind.«

Ob Deutschland aus den Krisen – der Pandemie, dem Ukraine-Krieg, den Klima-Katastrophen – gelernt habe. Man sei zumindest in allen Bereichen weiter gekommen, unter anderem mit gesetzgeberischen Vorgaben für die Lagerhaltung von Arzneimitteln, aber auch mit Anreizen, um Produktionsstätten aufzubauen. Warken betonte, dass die Arzneimittelversorgung ein wichtiger Bereich sei. Der Pharmadialog soll demnächst starten, inklusive Gipfel im Kanzleramt.

»Sicherheitspolitisch herausfordernde Zeiten«

Während Corona habe man gesehen, dass die Lieferketten sehr anfällig seien. Deutschland müsse in Zukunft besser aufgestellt sein und die »Versorgungssicherheit bei Arzneimittel stärken« – gerade in »sicherheitspolitisch herausfordernden Zeiten«. Die Koalition habe sich viel vorgenommen. Aber mit den Reformen im Pflege- und Krankenhaussektor sowie der geplanten Apothekenreform und den Änderungen des Primaärsatzsystems werde man in dieser Legislatur sehr große Schritte in Richtung einer höheren Resilienz des Systems.

Wichtig für die Gesundheitswirtschaft ist laut Warken auch die digitale Transformation. Vieles sei schon auf den Weg gebracht worden. Jetzt müsse die Digitalstrategie auf die zweite Stufe gehoben werden. Die Einführung der elektronischen Patientenakten (ePA) sei richtig und wichtig gewesen. »Jetzt müssen wir sehen, dass die Systeme stabil laufen.«

Die Telematikinfrastruktur müsse besser werden, Warken kündigte auch in diesem Bereich Gesetzesänderungen an, um eine höhere Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Es gehe darum, Doppelbehandlungen zu vermeiden, mehr Transparenz für die Patientinnen und Patienten herzustellen, und die Beteiligten besser zu vernetzen.

Stolz ist Warken auf das Forschungsdatenzentrum Gesundheit, das in der vergangenen Woche eröffnet wurde und ein wahrer Schatz für die Forschung und Entwicklung sein könne, natürlich unter Einhalten des Datenschutzes. Warken will diese Chancen sollte nutzen und »nicht nur über Datenschutz reden, sondern auch über den Datenschatz«.

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