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Den Verlauf bremsen
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Es tut sich was in der Parkinson-Forschung

GLP-1-Agonisten, Impfungen und Hustensaft – die Erforschung von krankheitsmodifizierenden Therapien bei Parkinson ist ein hochdynamisches Feld. Das wurde bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) deutlich.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 26.03.2026  18:00 Uhr

»Die nächsten fünf Jahre werden wahnsinnig spannend, was die medikamentösen Therapien bei Parkinson angeht«, sagte Professor Dr. Kathrin Brockmann, Erste Vorsitzende der DPG und Leiterin der Parkinson-Ambulanz am Universitätsklinikum Tübingen, bei einer Pressekonferenz der Gesellschaft im Vorfeld des Welt-Parkinson-Tags am 11. April. Eine Reihe von krankheitsmodifizierenden Ansätzen befinde sich schon in der Klinik.

Morbus Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust dopaminerger Neuronen in einem bestimmten Hirnbereich, der Substantia nigra, entsteht, weshalb es zu einem Dopaminmangel kommt. Dieser werde durch Medikamente ausgeglichen, erklärte Brockmann. Erste motorische Symptome träten meist erst auf, wenn mehr als die Hälfte dieser Zellen verloren ist.

Um den Verlauf der Erkrankung aufzuhalten, müsse man in die gestörten Stoffwechselwege der Neuronen eingreifen und die pathologischen Prozesse rechtzeitig stoppen. Im Fokus stehe hier prominent das Protein α-Synuclein, dessen Fehlfaltung in der Pathogenese eine wichtige Rolle spielt. Der Antikörper Prasinezumab soll das Protein abfangen und seine Verbreitung im Gehirn reduzieren.

Prasinezumab wird aktuell in den Phase-II-Studien PASADENA und PADOVA untersucht. Während die Auswertung der Daten nach einem Jahr Behandlung keinen Effekt gezeigt hatte, ließen neue Daten aus der Open-Label-Extensionsphase der PASADENA-Studie nach vier und fünf Jahren Behandlung eine Verlangsamung der Progression im Vergleich zu Placebo erkennen.

In der PADOVA-Studie werden die Effekte von Prasinezumab (intravenös 1500 mg alle vier Wochen) als Zusatztherapie zur bestehenden symptomatischen Therapie bei Betroffenen im frühen Stadium der Parkinson-Krankheit untersucht. In dieser Untersuchung zeigte sich ebenfalls eine Verlangsamung der Progression. »Das hat zur Initiierung der PARAISO-Studie geführt, die im November 2025 gestartet ist«, berichtete die Neurologin. Die Phase-III-Studie soll die Wirksamkeit und Sicherheit von Prasinezumab an Teilnehmenden mit Parkinson im Frühstadium unter Levodopa-Therapie untersuchen. Studienergebnisse werden ab 2029 erwartet.

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