| Paulina Kamm |
| 30.01.2026 14:44 Uhr |
Von links: Mareike Geier, Stefanie Srock und Annkatrin Gebauer sprechen mit Moderator Alexandrer Müller über die Handlungsmöglichkeiten der Hersteller für eine bessere Frauenherzgesundheit. / © PZ / Paulina Kamm
Die Rolle der Prävention im Gesundheitswesen, Stärkung von Gesundheitskompetenz, Nutzung von Versorgungsdaten und das Zusammenspiel von Politik, Versorgung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft waren die Themen der diesjährigen GoRedBeat.
Professorin Christina Magnussen, Kardiologin und stellvertretende Klinikdirektorin am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf berichtete über die »klassischen« Risikofaktoren: Hypertonie, erhöhtes Cholesterin, pathologisches Unter- oder Übergewicht, Rauchen und Diabetes. »Global gesehen erklären diese fünf Risikofaktoren 50 Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Frauen ist dieser Anteil mit 57 Prozent nochmal deutlich höher als bei Männern«, so Magnussen.
Eine adäquate Prävention, die laut Magnussen häufig aus kleinen Schritten statt großen Vorhaben besteht, vor allem bei Frauen Positiveffekte haben. »Würden alle Menschen weltweit den Blutdruck perfekt einstellen, würden wir über 30 Prozent aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden«, erklärt die Professorin und betont, dass dies bei Frauen besonders wichtig sei.
»Wir haben vor, das Präventionsgesetz zu überarbeiten«, so Silke Heinemann, Abteilungsleiterin Medizin- und Berufsrecht, Prävention im Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Es sei kritisch, dass dieses aktuell im Wesentlichen die Krankenkassen anspreche. Diese erreichen damit zwar über 50.000 verschiedene Lebenswelten, durch eine Weiterentwicklung sollen allerdings gewisse Themen geschärft und mehr Nachhaltigkeit geschaffen werden.
Um die Menschen für das Thema lebensstilbezogene Prävention mitzunehmen, brauche man ein positives Narrativ statt einen erhobenen Zeigefinger. Die Europäische Union gehe mit dem Safe Hearts Plan mit positivem Beispiel voran. Nachholbedarf sei auch im Bereich der Gesundheitsuntersuchungen, diese seien schlichtweg zu ungenau und erreichen laut Heinemann die falschen Menschen.
Ein zusätzliches Ziel sei, die Datenlage zu verbessern. Frauen haben zwar mit Rauchen, Alkohol und Ernährung weniger Probleme, vor allem hinsichtlich Bewegungsmangel haben sie allerdings Nachholbedarf. »Wenn man sich die Altersgruppen und soziale Lage anschaut, sind gut ausgebildete, gut situierte Frauen bis Mitte 40 im grünen Bereich, der Rest nicht«, so Heinemann. Dafür habe das BMG ein 12 Millionen Euro Förderprogramm für Frauengesundheit hinsichtlich Forschung und Nachwuchsförderung auf den Weg gebrach. Bis Ende des Jahres soll basierend auf aktuell stattfindenen Wechseljahr-Fachgesprächen eine diesbezügliche Programmatik entwickelt werden.