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Pandemiefolge?
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Es gibt keine »Immunitätsschuld«

Eine Welle von Atemwegsinfekten bei Kindern bringt derzeit Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen. Als Ursache wird immer wieder eine »Immunitätsschuld« infolge der Coronapandemie genannt. Was hat es damit auf sich?
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 14.12.2022  14:30 Uhr
Nachholeffekte statt »Immunitätsschuld«

Nachholeffekte statt »Immunitätsschuld«

Derzeit erkranken auch in Gegenden, in denen es für Kinder nie Maßnahmen zur Pandemieeindämmung gegeben hat, beispielsweise in Schweden oder in US-Bundesstaaten mit konservativer Regierung, überdurchschnittlich viele Kinder schwer an Atemwegsinfektionen. Eine »Immunitätsschuld« im oben diskutierten Sinn kann dafür aber genauso wenig verantwortlich gemacht werden wie die Covid-19-Impfung, denn die meisten dieser Kinder sind nicht gegen Corona geimpft.

Vielmehr wurden durch Maßnahmen wie das Tragen von Masken oder die Kontaktreduzierung Säuglinge und Kleinkinder vor Infektionen geschützt, für die sie in ihrem Alter besonders anfällig sind, darunter RSV und Grippe. So ist zumindest ein Teil der momentanen Infekte auf Nachholeffekte zurückzuführen: Dadurch, dass viele Viren während der Zeit der Maßnahmen weniger stark in der Bevölkerung zirkulierten, infizierten sich Kinder seltener damit, sodass jetzt mehrere Jahrgänge gleichzeitig erkranken.

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