Es droht der Systembruch |
| Alexander Müller |
| 26.11.2025 09:00 Uhr |
Zusammen mit der Option der PTA-Vertretung könnten dann schnell eine Reihe von Filialbetrieben in Zweigapotheken umgewandelt werden. »Es wird zu einem Wettbewerbsinstrument«, so Tisch. Es gehe keinesfalls um Zweifel an der Qualifikation oder Bedeutung von PTA. »Es geht darum, dass wir, wenn wir diesen Berufsvorbehalt auflösen, dann das Gesamtsystem in Frage stellen.«
Die Ausnahmen für Apothekerassistenten und Pharmazieingenieure seien historisch entstanden und mit Rücksicht auf die Berufsfreiheit. PTA-Vertretung jetzt einzuführen, habe eine völlig andere Qualität. Das Signal in den Markt wäre laut Tisch: »Wenn dir Apotheke zu kompliziert ist, dann mach es halt einfach.« Diese Logik habe es schon bei der Einführung des Versandhandels gegeben, wo heute keine Verpflichtung bestehe, aktiv eine Beratung anzubieten.
Und wie beim Versandhandel befürchtet Tisch, dass systemisch zu viele Rechtsfragen aus einer so weitreichenden Änderung resultieren. »Wir haben ja auf der anderen Seite nicht irgendwelche Schlafmützen sitzen, sondern aktive Marktteilnehmer, die auf der Grundlage von ausgefeilten Geschäftsideen planen.«
Wie bei der aktuellen Diskussion um die Begründetheit der Preisbindung sind die Verteidiger immer in der misslichen Situation, Daten zu produzieren von einer Entwicklung, die mit der Regelung verhindert werden soll. Und auf die gleiche Weise könne es passieren, dass das Fremdbesitzverbot wieder gerichtlich überprüft werde. Deswegen findet Tisch die Relativierung der Apothekenleitung so schwierig. »Diese Experimente, die sind leichtfertig.«
Die Ministerin und die Regierungsfraktionen beteuern wiederholt, die Apotheken mit der Reform entlasten zu wollen. Tisch sieht das anders: »Also das Potenzial der Schädigung ist extrem hoch. Und der Entwurf ist natürlich einem Ministerium zuzuordnen, das muss man einfach mal feststellen.« Die Frage sei, ob die drohenden Konsequenzen in vollem Umfang gesehen würden. »Deswegen versuchen wir mit aller Kraft, unsere Argumente weiter vorzutragen und haben die große Hoffnung, dass der Kabinettsentwurf die notwendigen Korrekturen vorsieht.« Dies sei nun abzuwarten. »Ansonsten geht es hier um viel, um sehr viel für den Berufsstand und für die inhabergeführte öffentliche Apotheke.«
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