Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hochansteckendes Vogelgrippevirus
-
Erstmals in den USA ein Schwein mit H5N1 infiziert

Erstmals wurde das hochansteckende Vogelgrippevirus H5N1 in den USA bei einem Schwein identifiziert. Das sind keine guten Nachrichten, obwohl Experten diesen Fall noch mit einer gewissen Gelassenheit betrachten.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 31.10.2024  13:00 Uhr

Das hochansteckende Vogelgrippevirus H5N1 macht seit geraumer Zeit Schlagzeilen, da es sich in den USA bei Milchkühen ausbreitet. Wie das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) am Mittwoch berichtete, sei auf einem Bauernhof in Oregon ein Schwein positiv auf das Vogelgrippevirus Influenza-A(H5N1) getestet worden. Die Infektion des Schweins sei am Dienstag bestätigt worden. Vier Tage zuvor habe man bei Geflügel auf derselben kleinen Farm das Virus nachgewiesen, so das Ministerium.

Die National Veterinary Services Laboratories (NVSL) des Ministeriums haben zwischenzeitlich die Genome der Viren sequenziert, die von dem infizierten Geflügel isoliert wurden. Diese zeigten keine relevanten Mutationen, die befürchten ließen, dass das Virus übertragbarer für den Menschen geworden sei. Damit stufen Experten das aktuelle Risiko für die Öffentlichkeit noch als sehr gering ein.

Nach den Kühen jetzt das Schwein

Dennoch ist es bemerkenswert, dass mit diesem Fall zum ersten Mal in den USA eine Infektion mit der hochansteckenden H5N1-Variante bei einem Schwein dokumentiert wurde. Ein zweites Schwein könnte ebenfalls infiziert worden sein, wie die Behörden von Oregon später mitteilten. Allerdings fehlte hier noch eine positive Bestätigung aus der Pathologie.

Das infizierte Schwein zeigte keine Anzeichen einer Krankheit, wurde aber eingeschläfert und autopsiert. Man habe das Virus »in allen Geweben« gefunden, hieß es von offizieller Stelle.

Schweine stellen ein besonderes Problem für die Ausbreitung der Vogelgrippe dar, da sie mit Vogel- und Humanviren infiziert werden können. Infiziert sich ein Schwein mit zwei verschiedenen Influenzaviren, kommt es zu Reassortanten, das heißt, die Segmente der viralen Genome werden neu gemischt. Dies resultiert in einem gefürchteten Antigenshift. So waren Schweine auch die Quelle der H1N1-Grippepandemie in den Jahren 2009 und 2010.

Mehr von Avoxa