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Resmetirom
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Erstes Mittel bei MASH im Handel

Mit Resmetirom ist erstmals ein zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung der Fettlebererkrankung MASH auf den Markt gekommen. Es ist ein Agonist am Schilddrüsenhormonrezeptor THR-β, der in Studien signifikant die Leberverfettung und Leberfibrose verbesserte.
AutorKontaktKerstin A. Gräfe
Datum 01.10.2025  08:30 Uhr

Wechselwirkung mit Statinen

In puncto Wechselwirkungen ist zu beachten, dass Resmetirom teilweise über CYP2C8 metabolisiert wird. Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP2C8-Inhibitoren wird nicht empfohlen. Bei gleichzeitiger Gabe mit einem moderaten CYP2C8-Inhibitor sollte die Dosis bei Patienten mit einem Gewicht von  ab 100 kg von 100 mg auf 80 mg und bei Patienten mit einem Gewicht von unter 100 kg von 80 mg auf 60 mg reduziert werden.

Der neue Arzneistoff kann die Pharmakokinetik von Statinen beeinflussen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Rosuvastatin und Simvastatin sollte deren Tagesdosis auf 20 mg, bei Pravastatin und Atorvastatin auf 40 mg begrenzt werden.

Aus Vorsichtsgründen sollte der neue Wirkstoff in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Bei Stillenden ist zu entscheiden, ob auf das Stillen oder auf die Therapie mit Rezdiffra verzichtet wird.

Die Zulassung basiert auf der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie MAESTRO-NASH an 917 Patienten mit MASH und bestehender Leberfibrose. Die Teilnehmenden erhielten zusätzlich zu einer Lebensstilberatung einmal täglich 80 mg Resmetirom (n = 306), 100 mg Resmetirom (n = 308) oder Placebo (n = 303). Die beiden primären Endpunkte der 52-wöchigen Analyse waren zum einen eine MASH-Auflösung ohne Verschlechterung der Fibrose, zum anderen eine Verbesserung der Fibrose um mindestens ein Stadium ohne Verschlechterung im NAFLD-Score.

Die MASH-Rückbildung gelang bei 30 Prozent der Pateinten mit der hohen und bei 26 Prozent mit der niedrigeren Dosierung, aber nur bei 10 Prozent mit Placebo. Eine Verbesserung der Fibrose erreichten 29 Prozent mit der hohen und 27 Prozent mit der niedrigeren Dosis; unter Placebor waren es 17 Prozent. In beiden Fällen waren die Unterschiede zu Placebo für beide Dosierungen statistisch signifikant.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit und Juckreiz.

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