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Nothilfe
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Erstes AoG-Einsatzteam im Erdbeben-Gebiet angekommen

Drei Apothekerinnen aus Deutschland von Apotheker ohne Grenzen (AoG) sind heute gemeinsam mit einem Team von Navis im türkischen Hatay angekommen. Mit dabei ist auch ein erstes Emergency Health Kit mit Arzneimitteln für 10.000 Menschen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 13.02.2023  14:00 Uhr

Am Samstagabend sind 14 Einsatzkräfte des auf Katastrophenhilfe spezialisierten Vereins Navis gemeinsam mit drei pharmazeutischen Einsatzkräften von Apotheker ohne Grenzen (AoG) von München aus in die Türkei aufgebrochen. Nach Zwischenstationen in Istanbul und Gaziantep erreichten sie am Montagmorgen ihren Einsatzort im Erdbebengebiet: die türkische Provinz Hatay an der Grenze zu Syrien.

Derzeit schlagen sie ihr Camp auf, sondieren die Lage und warten auf das Eintreffen eines Interagency Emergency Health Kits (IEHK). Dies ist ein standardisiertes, vorgepacktes Set mit Medikamenten, Verbandsmitteln, Elektrolytlösungen und anderen wichtigen Produkten wie Injektionsspritzen, OP-Handschuhen und chirurgischen Instrumenten, mit denen die medizinisch-pharmazeutische Versorgung von 10.000 Menschen gewährleistet werden kann. Das IEHK hat AoG mit Spenden finanziert und auf den Weg gebracht.

Angesichts von mehr als 35.000 Todesopfern und unzähligen Verletzten ist medizinische Hilfe dringend nötig. Mit Dr. Petra Nolte ist eine besonders erfahrene Einsatzkraft von AoG mit dabei, außerdem sind Esther Henkys und Sina Haasis mit dabei, die beide Einsatzkräfteschulungen absolviert haben. Geplant ist, dass sie zwei bis drei Wochen vor Ort bleiben und dann möglicherweise von einem weiteren Team entsprechend geschulter Pharmazeuten abgelöst werden.

»Wir sind sehr froh, jetzt Einsatzkräfte vor Ort zu haben und helfen zu können«, so eine AoG-Sprecherin gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Gleichzeitig prüfe der Verein weitere Hilfsoptionen, zum Beispiel die Entsendung weiterer Einsatzkräfte-Teams und/oder weiterer zielgerichteter Arznei- und Hilfsmittel-Pakete. »Wir sind im engen Kontakt mit lokalen Organisationen und mit einem Hilfsverbund, der vor Ort mit vielen Ärzten und dem Türkischen Ärzteverbund im ständigen Austausch steht.«

AoG weist nochmals darauf hin, dass Medikamentenspenden gut gemeint, aber kontraproduktiv sind und bittet um Geldspenden für weitere Hilfe.

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