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Tetanusimpfung
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Erst Autsch, dann Piks

Das Bodenbakterium Clostridium tetani ist weltweit verbreitet. Infiziert sich ein Mensch durch eine Verletzung, kann er an Wundstarrkrampf (Tetanus) erkranken und sogar versterben. Bester Schutz ist die Impfung. Kommt es zu einer Verletzung, muss daher der Impfstatus überprüft und die Impfung gegebenenfalls aufgefrischt werden.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 15.08.2023  07:00 Uhr
Grundimmunisierung und regelmäßige Auffrischung

Grundimmunisierung und regelmäßige Auffrischung

Zur Prophylaxe von Tetanus werden alle Neugeborenen in Deutschland gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) dreimal im Alter von zwei, vier und elf Monaten geimpft; Frühgeborene erhalten eine zusätzliche Impfdosis im Alter von drei Monaten. Nach Abschluss dieser Grundimmunisierung erfolgt eine erste Auffrischimpfung im Alter von fünf bis sechs Jahren, eine zweite im Alter von neun bis 16 Jahren und dann regelmäßige weitere Auffrischungen alle zehn Jahre. Die WHO geht nach insgesamt sechs erhaltenen Impfdosen von einem lebenslangen Schutz aus (siehe Kasten).

Im Fall einer Verletzung richtet sich die empfohlene Immunprophylaxe laut RKI nach dem Impfstatus (Wie viele dokumentierte Impfdosen?), dem Zeitraum seit der letzten Impfung und der Art der Verletzung (saubere, geringfügige Wunden versus tiefe und/oder verschmutzte). Abhängig davon wird entweder keine Prophylaxe, nur eine Auffrischimpfung oder zusätzlich zur Auffrischimpfung in den anderen Arm eine passive Immunisierung mit Tetanus-Immunglobulin (in der Regel 250 IE) gegeben.

Sowohl der Tetanusimpfstoff als auch das Immunglobulin (zum Beispiel Tetagam®) zählen zu den Produkten, die jede Apotheke gemäß § 15 Absatz 1 Apothekenbetriebsordnung vorrätig haben muss. Da kein monovalenter Tetanusimpfstoff mehr verfügbar ist, dient als Ersatz ein Kombiimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (TdaP), zum Beispiel Boostrix® oder Covaxis®. Ist auch dieser aufgrund eines Lieferengpasses nicht zu bekommen, soll laut RKI auf einen Tdap-IPV-Kombinationsimpfstoff (zum Beispiel Repevax®) ausgewichen werden, der eine zusätzliche Polio-Komponente enthält.

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