Einnahmen und Ausgaben der Arztpraxen stiegen im Jahr 2024. / © Imago/Zoonar
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat einen umfangreichen Bericht über die wirtschaftliche Situation der deutschen Arztpraxen veröffentlicht. Die durchschnittliche Praxis erzielte demnach 2024 durchschnittliche Einnahmen von 854.000 Euro. Verglichen mit 2023 entspricht das einem Anstieg von 6,2 Prozent.
Die Aufwendungen erhöhten sich um 4,7 Prozent auf durchschnittlich 516.000 Euro je Praxis (2023: 493.000 Euro). Damit stiegen die Einnahmen erstmals seit zwei Jahren wieder stärker als die Aufwendungen. In den von starker Inflation geprägten Jahren 2022 und 2023 hatte die Steigerung der Aufwendungen das Einnahmenplus bei Arztpraxen jeweils deutlich übertroffen.
Der durchschnittliche Reinertrag je Arztpraxis stieg 2024 um 9,0 Prozent auf 338.000 Euro (2023: 310.000 Euro). Es gibt allerdings starke Schwankungen zwischen den Praxen. Die Hälfte der Praxen verzeichnete Einnahmen bis maximal 502.000 Euro, Aufwendungen bis 260.000 Euro und einen Reinertrag von höchstens 232.000 Euro. Destatis weist darauf hin, dass der Reinertrag nicht mit dem Gewinn oder dem Einkommen der Ärzte gleichgesetzt werden dürfe, da dieser zum Beispiel nicht die Aufwendungen für Praxisübernahmen oder Ausgaben für die Krankenversicherung der Praxisinhaber berücksichtigt. Im Durchschnitt waren 9,9 Personen im Jahr 2024 in Arztpraxen tätig.
Destatis weist die wirtschaftliche Situation der Zahnärzte und Psychotherapeuten getrennt aus. Die Zahnarztpraxen erwirtschafteten demnach im Jahr 2024 durchschnittlich 937.000 Euro Einnahmen und verzeichneten 632.000 Euro an Aufwendungen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Einnahmen um 4,8 Prozent (2023: 894.000 Euro), die Aufwendungen erhöhten sich um 3,6 Prozent (2023: 610.000 Euro). Der im Jahr 2024 erzielte Reinertrag betrug 305.000 Euro je Zahnarztpraxis (+7,4 Prozent gegenüber 2023). Zahnarztpraxen verzeichneten im Jahr 2024 durchschnittlich 10,2 tätige Personen.
Die psychotherapeutischen Praxen erzielten im Jahr 2024 durchschnittliche Einnahmen von 134.000 Euro je Praxis. Dem Einnahmenplus zum Vorjahr von 10,7 Prozent stand eine kräftige Erhöhung der Aufwendungen von 22,9 Prozent auf 43.000 Euro je Praxis gegenüber (2023: 35.000 Euro). Der 2024 durchschnittlich erwirtschaftete Reinertrag stieg um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2023: 86.000 Euro) auf 90.000 Euro je Praxis. Mit durchschnittlich 1,9 tätigen Personen sind die psychotherapeutischen Praxen deutlich kleiner als die Praxen von Ärzten und Zahnärzten.