| Carolin Lang |
| 13.10.2026 13:30 Uhr |
Infektionsprävention ist also auch Krebsprävention, macht die Arbeitsgruppe deutlich. Doch wie können Infektionen Krebs überhaupt begünstigen? Die zugrundeliegenden Mechanismen erläutern John La Marca und Sarah Diepstraten vom Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research in Australien anlässlich der neuen Studie auf der Wissenschaftsplattform »The Conversation«.
Demnach können Viren das Erbgut der Wirtszelle direkt oder indirekt verändern und so eine Entartung begünstigen. Dies geschiehe hauptsächlich über drei Wege: Indem sie Schutzmechanismen der Wirtszelle gegen unkontrolliertes Wachstum außer Kraft setzen, ihre DNA in die der Wirtszelle einbauen oder krebsfördernde Gene, sogenannte Onkogene, mitbringen.
Anders als Viren begünstigten Bakterien und Parasiten Krebs meist indirekt. So könnten langanhaltende Infektionen und Entzündungen Gewebe erheblich belasten und so zu genetischen Veränderungen oder Fehlern bei der Zellteilung führen, die das Krebsrisiko erhöhen.
»Natürlich mag es noch andere Zusammenhänge zwischen Infektionen und Krebs geben, von denen wir nichts wissen«, schreiben La Marca und Diepstraten. Aber insgesamt sei der Zusammenhang zwischen Infektionen und Krebs unbestreitbar. Somit seien – wie die neue Studie untermauert – viele Krebserkrankungen vermeidbar.