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Osteoporose
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»Eine Lawine kommt auf uns zu«

Die Zahl an Osteoporose bedingten Frakturen hat in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen und wird noch deutlich ansteigen. Der Grund: Osteoporose wird selten diagnostiziert und noch seltener behandelt – nicht einmal nach einem Bruch.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 23.01.2026  11:10 Uhr

Basisdiagnostik der Osteoporose

Ab einem Alter von 70 Jahren und bei Vorliegen von relevanten Risikofaktoren sollte die Knochendichte gemessen werden. Zu den Risikofaktoren gehören: Untergewicht, positive Familienanamnese, starker Alkoholkonsum, Rauchen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes Typ 1 und 2, Herz- oder Niereninsuffizienz, bariatrische Operationen und eine Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (mehr als drei Monate) oder Corticosteroiden. Bei erhöhtem Risiko soll neben der Knochendichte auch ein Basislabor mit Standardblutbild inklusive Calcium- und Phosphatwert bestimmt sowie Bildgebung (Röntgen) durchgeführt werden.

Ohne Allgemeinmaßnahmen funktioniert die Therapie nicht

Wie sieht die Therapie aus? Zunächst sollten Patienten über die Erkrankung und mögliche Lebensstiländerungen aufgeklärt werden. Wichtig sei es, ausreichend Protein (etwa 1 g pro kg Körpergewicht) und Calcium zu sich zu nehmen (1000 mg/Tag). Beides sollte möglichst über die Ernährung aufgenommen werden, betonte Thomasius. Zwei Portionen Milchprodukte pro Tag sowie calciumreiches Mineralwasser und ausreichend Gemüse könnten den Calciumbedarf decken. Wer das nicht schafft, sollte supplementieren. Calcium im Organismus könne aber nur wirken, wenn ausreichend Vitamin D vorhanden ist, was über Sonnenlichtexposition, aber gerade in den dunklen Monaten (Oktober bis März) über Supplementation erreicht werden kann.

Diese Grundmaßnahmen – Calcium- und Vitamin-D-Versorgung – sind eine Vorrausetzung für die Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie, machte die Referentin deutlich. »Wir brauchen mineralisierte Knochen.« Sonst sinke die Wirksamkeit zum Beispiel von Bisphosphonaten um etwa 30 Prozent.

Wichtig sei auch, die gesamte Medikation der Patienten zu prüfen, um potenziell schädigende Substanzen absetzen zu können. Apothekenteams könnten auch die Awareness für die Erkrankung steigern und Patienten ab einem bestimmten Alter oder bei vorliegenden Risikofaktoren nach ihrer letzten Knochendichtemessung fragen. Hellhörig sollten sie auch bei einer Minderung der Körpergröße ab 5 cm und bei Knochenbrüchen werden. »Knochen brechen nicht so einfach – auch nicht bei Stürzen.«

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