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Interleukin-6-Hemmung
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Eine Impfung gegen Kniearthrose?

Interleukin-6 beeinflusst den Knorpelabbau und könnte daher ein neues Target bei entzündlicher Kniearthrose darstellen. Eine Phase-I-Studie mit einer neuen Immuntherapie liefert vielversprechende Daten.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 16.01.2026  13:00 Uhr
Eine Impfung gegen Kniearthrose?

Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Sie zeichnet sich unter anderem durch einen progredienten Umbau des hyalinen Gelenkknorpels zu minderwertigem Faserknorpel aus. Die meisten der rund 600 Millionen Patienten sind von einer Kniearthrose betroffen.

Als Treiber von niedrig gradigen Entzündungen, die zahlreiche Erkrankungen beeinflussen, nimmt Interleukin-6 (IL-6) direkten Einfluss auf den Knorpelabbau und stellt somit einen vielversprechenden Angriffspunkt dar. In Modellen konnte eine IL-6-Hemmung den Knorpelabbau zuverlässig unterbinden.

Eine Forschungsgruppe um Professor Dr. François Rannou von der Universität Paris überprüfte Sicherheit und Immunogenität des IL-6-Hemmers PPV-06 in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-I-Studie. Die Ergebnisse wurden kürzlich in »Nature Communications« vorgestellt und bescheinigen der Substanz ein gutes Sicherheitsprofil.

PPV-06 ist ein synthetisches IL-6-Peptid, dass an ein Trägermolekül gekoppelt ist und die körpereigene Produktion neutralisierender Anti-IL-6-Antikörper anregen soll.

Eingeschlossen wurden 24 Erwachsene über 40 Jahren mit entzündlicher Kniearthrose. Die Einteilung erfolgte in drei Gruppen, je neun Teilnehmer erhielten 10 oder 50 µg Verum, sechs Teilnehmer Placebo. Die Gesamtstudiendauer betrug 42 Wochen.

Die Injektion erfolgte subkutan zu Beginn sowie nach vier und 16 Wochen, daran schloss sich eine 26-wöchige Nachbeobachtung an. Es traten in allen drei Gruppen leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen auf, darunter Verhärtungen an der Injektionsstelle, Pruritus, Hautrötungen und Kopfschmerzen. In den beiden Verum-Gruppen zeigte sich ein gutes Sicherheitsprofil ohne dosisbegrenzende Toxizität.

Höhere Dosierung erzielt bessere Ergebnisse

Alle Teilnehmer der Verum-Gruppen entwickelten Anti-IL-6-Antikörper, wobei diejenigen Teilnehmer mit der höheren Dosierung bessere klinische Ergebnisse erzielten. Die Antikörperspiegel wurden zu Beginn, nach vier, zwölf und 16 Wochen sowie während der Nachbeobachtung in den Wochen 24, 32 und 42 bestimmt. Die höchsten Antikörpertiter wurden in Woche 24, also acht Wochen nach der letzten Injektion, gemessen. In der 10-µg-Gruppe war der Titer 4,95-fach, in der 50-µg-Gruppe 7,73-fach gegenüber dem Ausgangswert zu Studienbeginn erhöht.

Veränderungen der Beschwerden wurden mit Hilfe des Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score (KOOS) erfasst, einem von den Patienten selbst durchgeführten Fragebogen, zu Beginn und nach Woche 42. Beide Verum-Gruppen zeigten hier Verbesserungen gegenüber Placebo. Kritisch zu sehen ist, dass keine Befragung nach Woche 24, also zum Zeitpunkt der größten Antikörperantwort, stattfand.

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