| Lukas Brockfeld |
| 15.10.2026 16:00 Uhr |
Kammerpräsident Georg Engel blickte in seinem Bericht auf die vergangenen Jahre zurück. / © PZ/Brockfeld
Am Mittwoch kam die 9. Kammerversammlung der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern ein letztes Mal in Schwerin zusammen. Im November soll eine neue Kammerversammlung gewählt werden. Daher gab es einige Verabschiedungen. Für Georg Engel war es die letzte Versammlung als Kammerpräsident. Seinen Bericht nutzte er dazu, auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.
Georg Engel gehört der Kammerversammlung bereits seit 2003 an. 2007 wurde er in den Vorstand gewählt, und seit fast zwölf Jahren ist er Kammerpräsident. Am Mittwoch berichtete er von den vielen berufspolitischen Umwälzungen während seiner Amtszeit. »2004 wurde der Versandhandel mit Arzneimitteln eingeführt. Es wurde der Mehrbesitz von Apotheken erlaubt, und die Arzneimittelpreisverordnung wurde so geändert, dass OTC-Präparate einer freien Preiskalkulation unterliegen. Das hat das Leben der Apotheken in Deutschland nicht einfacher gemacht«, sagte Engel.
Auch der 19. Oktober 2016 sei ein tiefer Einschnitt gewesen. Damals hob der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Preisbindung für den Versand von Rx-Medikamenten aus dem Ausland auf. »Wir sehen, dass die Versender immer noch Reklame mit Preisnachlässen machen, obwohl sie das nicht dürfen. Sie versuchen, Kunden zu gewinnen und der Anteil der Arzneimittel, die per Versand verschickt werden, steigt. Das ist bestimmt nicht der Sicherheit der Patienten dienlich«, klagte der Kammerpräsident.
Innerhalb der Apothekerschaft und mit der Politik habe es viele Diskussionen zum Umgang mit den Versendern gegeben. Das habe 2020 zum Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken geführt. Das Gesetz koppelte die Erstattungsfähigkeit von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln an die Einhaltung der Arzneimittelpreisverordnung. Georg Engel hält das Gesetz allerdings nicht für gelungen: »Die Einhaltung der Preisbindung soll von einer paritätischen Stelle, die von den Krankenkassen und den Apothekerverbänden besetzt ist, kontrolliert werden. Doch diese Stelle ist wegen der enormen Haftungsrisiken und möglichen Schadenersatzzahlungen nicht in Aktion getreten.«
Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe den Apotheken auch die ersten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) beschert. »Die wurden mit unterschiedlicher Begeisterung aufgenommen. Viele Kolleginnen und Kollegen erbringen pDL. Aber viele Apotheken sagen auch, dass sie das nicht können, weil sie nicht die Zeit und das Personal haben«, sagte der Kammerpräsident.