| Theo Dingermann |
| 02.03.2026 12:00 Uhr |
Vor diesem Hintergrund diagnostiziert das Editorial eine fatale Verschiebung von Prioritäten. Innovative Forschungsfelder wurden von der Finanzierung abgeschnitten, während »junk science« und randständige Überzeugungen ohne nachvollziehbare Begründung aufgewertet wurden.
Die Politisierung von NIH, FDA und CDC gefährde die Zukunft der US‑Forschungslandschaft und schwäche den öffentlichen Gesundheitsdienst. Verschärft werde dies auch durch den Abbau föderaler Datenerhebungs‑ und Meldesysteme, sodass zahlreiche Datensätze zu Themen wie Überdosissterblichkeit, Müttersterblichkeit oder Ernährungssicherheit nicht mehr öffentlich zugänglich sind. Dies beeinträchtige die Reaktionsfähigkeit der USA und ihrer internationalen Partner auf neue Krisen erheblich.
Die Gefährdung ist für die Autoren des Editorials keineswegs theoretisch, sondern bereits sichtbar. Dies zeige sich beispielweise in einem ersten dokumentierten menschlichen H5N5‑Fall mit Todesfolge in US-Bundesstaat Washington im November 2025, in der anhaltenden Ausbreitung von Pertussis mit 13 Todesfällen im Jahr 2025 sowie in einem großflächigen Masernausbruch seit Anfang 2025, der den Eliminationsstatus der USA und Mexikos infrage stellt.
Kennedy setze weiter auf Desinformation und eine Zuspitzung politischer Konfliktlinien. Angesichts Tausender öffentlicher Rücktrittsforderungen sieht der Beitrag den Kongress in der Pflicht, seine Aufsichtsfunktion wahrzunehmen und Kennedy zur Rechenschaft zu ziehen. Andernfalls mache man sich mitschuldig an der Entscheidung von Präsident Trump, diesen Mann im Gesundheitsbereich frei walten zu lassen.
Das Virus SARS-CoV-2 hat unsere Welt verändert. Seit Ende 2019 verbreitet sich der Erreger von Covid-19 und stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Sie hat sie angenommen und rasch Tests und Impfungen, auch für Kinder, entwickelt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronavirus.