Seit gut einem Jahr gibt es die elektronische Patientenakte. Wie zufrieden sind Apotheken, Ärztinnen und Ärzte, Versicherer, Patientinnen und Patienten? / © Adobe Stock/PhotoGranary
In der elektronischen Patientenakte (ePA) werden alle wichtigen Informationen zu Gesundheitszustand und Krankheitsgeschichte gespeichert. Am 15. Januar 2025 war die ePA gestartet. Seit Oktober 2025 sind Leistungserbringer wie Ärzte- oder Apothekerschaft verpflichtet, sie zu nutzen und neue Diagnosen und Befunde in der E-Akte abzulegen. Das soll zu einem erleichterten Dokumentenaustausch zwischen Praxen oder mit Apotheken und zu besseren Behandlungen beitragen.
Die digitale Akte sei sehr niedrigschwellig nutzbar, erklärte die AOK Hessen. »Versicherte können die ePA über ihr Smartphone nutzen und haben so orts- und zeitunabhängigen Zugriff. Dafür stellen die Krankenversicherungen jeweils Apps zur Verfügung, die den Zugang ermöglichen«, so der Versicherer.
In die ePA eingestellt werden können zum Beispiel Befunde und Diagnosen, die ärztliches Personal im Rahmen von Vorbehandlungen erhoben und elektronisch verarbeitet hat. Auf Wunsch der Versicherten hin können zudem unter anderem elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU), Daten der Pflege und der pflegerischen Versorgung sowie Hinweise zur Organspende oder zur Patientenverfügung in die digitale Akte eingepflegt werden.
Doch das System stößt weiterhin auf Kritik. Kassen, Ärztinnen, Ärzte und Apotheken in Hessen sehen Nachbesserungsbedarf, wie eine Umfrage zeigt. »Die ePA ist in der Theorie ein richtiges und wichtiges Projekt«, sagt Holger Seyfarth, Vorsitzender des hessischen Apothekerverbandes (HAV). Sie könne Versorgung sicherer und koordinierter machen.
»In der Praxis sehen wir aber noch viele offene Fragen und Probleme«, so Seyfarth. Die Nutzung sei noch uneinheitlich, vor allem die Befüllung der Akten laufe bislang schleppend. »Ein echter Mehrwert entsteht nur bei vollständigen, aktuellen und gut auffindbaren Informationen. Genau daran hapert es derzeit häufig«, so der HAV-Vorsitzende. Für Apotheken seien Inhalte oft schwer zu validieren und nicht zuverlässig genug für die tägliche Entscheidung.