Die ePA sei noch nicht im Versorgungsalltag angekommen, sagt Ralf Metzger von der AOK Hessen. 23.000 Versicherte nutzten die ePA aktiv oder hätten sich für die App registriert, bei über 1,7 Millionen Versicherten insgesamt. Die verpflichtende Befüllung seit dem 1. Oktober 2025 habe zwar einen Schub gebracht, jedoch auf geringem Niveau. Gründe seien hohe Hürden bei der Anmeldung durch hohe Sicherheitsanforderungen sowie die Tatsache, dass sich viele Menschen erst im Krankheitsfall mit der ePA beschäftigten.
Die Einführung der »ePA für alle« sei ein wichtiger und richtiger Schritt gewesen, um Nutzung, Vernetzung und Digitalisierung im Gesundheitswesen zu fördern. Die digitale Akte könne einen echten Nutzen haben, wenn sie flächendeckend eingesetzt und von Ärztinnen, Ärzten und Apotheken befüllt werde.
Die Barmer Hessen beschreibt ihre bisherigen Erfahrungen als positiv. Insbesondere die Medikationsliste werde gut angenommen und automatisch mit E-Rezept-Daten befüllt. Dies erhöhe die Arzneimitteltherapiesicherheit, da ein aktueller Überblick über verordnete Medikamente bestehe und Wechselwirkungen besser verhindert werden könnten.
Auch das Interesse der Versicherten sei hoch. Benutzendenfreundlichkeit spiele für Versicherte und Leistungserbringende eine wichtige Rolle. Bevorzugt würden intuitive Anwendungen mit schneller oder automatischer Befüllung der ePA. Die Nutzung solle Leistungserbringenden einen echten Mehrwert bringen, etwa durch mehr Sicherheit bei der Verschreibung von Medikamenten und weniger Zeitverlust bei der Informationssuche. Weitere Anwendungen wie die Medikationsliste seien notwendig. Der Betreiber Gematik plane 2026 die Einführung des elektronischen Medikationsplans sowie eine automatisierte Prüfung von Arzneimitteln.
Die ePA soll zudem attraktiver werden. Ab Herbst soll es in den Krankenkassen-Apps Push-Benachrichtigungen zu neuen Dokumenten und Inhalten geben. Ab Jahresende soll für Ärztinnen und Ärzte eine Volltextsuche verfügbar sein.