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Zölle und Impfungen
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Ein Jahr Donald Trump: Eine Bilanz

Am 20. Januar jährt sich die Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump. Seitdem wächst die weltweite Unsicherheit durch Zölle als Machtinstrument und Druck auf Forschungseinrichtungen. Aktuell sorgt Trump mit neuen Zollforderungen im Grönland-Konflikt für Unruhe.
AutorKontaktMelanie Höhn
AutorKontaktdpa
Datum 19.01.2026  13:02 Uhr

Ab 1. Februar 10 Prozent auf sämtliche Waren

Ganz aktuell sind die Zölle auch im Grönland-Konflikt: Trump kündigte am Samstag zusätzliche Zölle gegen Deutschland sowie Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland an. Sie sollen laut Trump zunächst ab dem 1. Februar 10 Prozent auf sämtliche Waren betragen, die in die USA gesendet werden. Ab 1. Juni sollen sie auf 25 Prozent klettern. Dieser Zoll sei fällig, bis eine Einigung über den »vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands« erzielt sei.

Trump besteht darauf, dass die ressourcenreiche Arktisinsel wegen der nationalen Sicherheit in den Besitz der USA übergehen müsse. Die Ankündigung Trumps kam nur kurz vor Unterzeichnung des Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur, das den Abbau von Zollbarrieren vorsieht.

Können die US-Zölle gekippt werden?

Nicht alle in den USA sind von Trumps Zöllen angetan. Jene, die Trump unter Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977 gegen Dutzende Handelspartner verhängte, werden vor dem Obersten Gericht der USA verhandelt. Die Frage ist, ob Trump seine Kompetenz überschritten hat. Dabei geht es auch um die Zölle auf EU-Produkte, die in die USA exportiert werden. Eine Entscheidung des Supreme Court steht noch aus.

Unklar ist, welchen konkreten Einfluss der Prozessausgang auf den Zolldeal zwischen EU und USA hat. Etwa, ob die US-Zölle dann gekippt werden könnten. Selbst wenn der Supreme Court gegen Trump entscheide, bedeute das aber nicht zwingend das Ende seiner Zollpolitik, meint Adam Hersh, Ökonom am Economic Policy Institute in Washington. Denn Trump habe noch andere gesetzgeberische Wege, um Zölle durchzusetzen,  auch weiter ohne Zustimmung des Kongresses.

Wissenschaftler und Studierende sind verunsichert

Trumps Politik verunsichert auch Wissenschaftler und Studierende weltweit. Die Wissenschaft sei das »Juwel in der Krone unseres Landes«, sagte der US-Materialforscher Omar Yaghi im vergangenen Jahr, kurz nachdem ihm und zwei Kollegen der Nobelpreis für Chemie verliehen wurde. »Also können wir nicht zulassen, dass uns das entgleitet.«

Genau das aber passiere, seitdem US-Präsident Donald Trump seine zweite Amtszeit angetreten hat, beschreiben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Situation. Trumps Unterstützer und vor allem die des umstrittenen Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr.  feiern dagegen die drastischen Veränderungen.

Viele der renommiertesten Universitäten und Forschungseinrichtungen des Landes erleben immensen Druck. Die US-Regierung wirft ihnen vor, Bastionen des Antisemitismus und der ideologischen Indoktrinierung zu sein und droht mit Etatkürzungen und Stellenstreichungen. Einige Universitäten sind deshalb eingeknickt, andere verhandeln oder versuchen, vor Gericht dagegen anzukämpfen wie beispielsweise Harvard.

Einige Forschungsbereiche bekommen den Druck der Regierung besonders stark zu spüren - allen voran die Klimaforschung, da Trump den menschengemachten Klimawandel leugnet. Der US-Kongress hat jedoch zumindest teilweise Widerstand angekündigt. Auch aus dem Weltklimarat IPCC, in dem Forscherinnen und Forscher aus aller Welt regelmäßig den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammenfassen, ziehen sich die USA zurück.

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