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Arzneimittel-Therapiesicherheit (AMTS)
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E-Rezept-Modellprojekt ERIKA erhält Fördermittel

Das E-Rezept dürfte künftig viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Verordnung auf Papier bieten. Auch hinsichtlich einer verbesserten Arzneimittel-Therapiesicherheit (AMTS) kann die elektronische Vernetzung und die interprofessionelle Zusammenarbeit von Ärzten, Apothekern und Kassen von großem Nutzen sein. Dies umzusetzen, hat sich ein bundesweites Projekt namens ERIKA auf die Fahnen geschrieben.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 10.02.2022  11:00 Uhr

Verbesserter Medikationsplan

»Mit der neuen Versorgungsform ERIKA im Zuge des E-Rezepts und der elektronischen Vernetzung aller Akteure soll der Bundeseinheitliche Medikationsplan eine neue Qualität erhalten«, erläuterte Petra Kellermann-Mühlhoff, Projektleiterin in der Abteilung Produktstrategie und -entwicklung bei der Barmer im Gespräch mit der PZ. Das gesetzliche E-Rezept nutze noch nicht alle Potenziale der Digitalisierung hinsichtlich der Patientenorientierung und berücksichtige insbesondere noch nicht das Thema AMTS, so die Projektleiterin. »Wir entwickeln im Rahmen des Projektes einen an den Patientenbedarfen orientierten elektronischen AMTS-Versorgungspfad vom Zeitpunkt der Verordnung bis hin zur Abgabe in der Apotheke.«

Neben der Barmer als Antragsteller für die Innovationsfonds-Förderung sind noch die AOK Nordost, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe, die Bergische Universität Wuppertal, sowie die Universitäten Bielefeld und zu Köln als Konsortialpartner an Bord. Für die technische Umsetzung ist der saarländische IT-Systemanbieter RPDoc-Solution dabei sowie der Apothekendienstleister Noventi, der sich um die Anbindungen der Warenwirtschaften in den Apotheken kümmert.

Einbezug von Abrechnungsdaten der Kassen

Um die Patientenversorgung zu verbessern und Therapierisiken zu minimieren, spielen bei ERIKA die Abrechnungsdaten der Barmer und des Konsortiumspartners AOK Nordost eine wichtige Rolle. Denn sie geben Arzt und Apotheker Aufschluss über bestehende Arzneimittel-Therapierisiken aufgrund bereits erfolgter Verordnungen, Vorerkrankungen, Operationen und dergleichen. Dadurch ergibt sich für den jeweiligen Patienten ein individuelles Risikomanagement und somit eine optimierte AMTS. »Kernbaustein von ERIKA und Unterschied zu anderen AMTS-Projekten ist, dass wir die Abrechnungsdaten der Barmer und der AOK Nordost als Basis nehmen, nach Einverständnis der Patientinnen und Patienten, und diese den Leistungserbringern vom Zeitpunkt der Verordnung bis zur Abgabe in der Apotheke zur Verfügung stellen“, so Kellermann-Mühlhoff.

Für den einzelnen Arzt bedeutet dies mehr Sicherheit bei der Verordnung. Auch Handlungsempfehlungen und Leitlinien stehen elektronisch zur Verfügung und fließen bei ERIKA in den Medikationscheck mit ein. »Wir verfügen mit unseren Abrechnungsdaten über einen riesigen Datenschatz zur Gesundheitshistorie der Patientinnen und Patienten. Ärztinnen und Ärzte kennen davon in der Regel nur einen kleinen Ausschnitt“, so die Projektleiterin.

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