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Simulation
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Drohen nach Corona mehr andere Infektionen?

Die Corona-Maßnahmen schützen nicht nur vor SARS-CoV-2, sondern auch vor anderen Krankheitserregern. Einer Simulation zufolge könnten die Menschen nach dem Wegfall der Corona-Regeln anfälliger für andere Infektionskrankheiten sein. Andere Experten halten das für reine Spekulation.
Autordpa
Datum 23.11.2020  17:00 Uhr

Wir leben nicht steril

Auch der Infektiologe Professor Dr. Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg wendet ein, derartige Dynamiken ließen sich in mathematischen Modellen kaum erfassen: «Es könnte zu einer überschießenden Influenza-Welle kommen, aber auch das Gegenteil eintreten», sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI). Die Aussagen der Studie seien spekulativ. «Würden wir jetzt über drei Jahre alle Viren von uns fernhalten, dann wäre das sicher problematisch für unser Immunsystem», betont Salzberger. Allerdings würden die meisten Menschen nicht ständig etwa eine Maske tragen, sondern nur für kurze Zeit.

Eine jahrelange Abstinenz von Krankheitserregern sei auch deshalb unrealistisch, weil verschiedene Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 schon weit entwickelt seien. Die Virologin Gabriel warnt insbesondere davor, die Studienergebnisse als Argument gegen die Corona-Maßnahmen fehlzuinterpretieren – etwa gegen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Dieser sei zurzeit besonders wichtig, auch um das Risiko einer Koinfektion zu senken. Würde man sich etwa mit Influenzaviren und einem weiteren Erreger infizieren, falle die Kombination wesentlich schwerwiegender aus. Zudem sollten sich vor allem Risikogruppen gegen Influenza impfen lassen. Daher sei es auch in den kommenden Wintern wichtig, ausreichend Influenza-Impfungen parat zu haben.

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