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Friedenspflicht im Gespräch
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Drohen den Apothekern ab Januar E-Rezept-Retaxationen?

Der offizielle E-Rezept-Start ist laut Gesetz der 1. Januar 2022. Weil am neuen Verordnungssystem aber noch an vielen Stellen gebastelt wird, werden anfangs nur sehr vereinzelt E-Rezepte in Apotheken auftauchen. Da das System noch an vielen Stellen hakt, könnten diese vereinzelten Verordnungen Fehler enthalten, was nach der Abrechnung zu Retaxationen führen könnte. Im Gespräch ist nun eine Friedenspflicht.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 13.12.2021  09:00 Uhr
Leyck Dieken plädiert für temporäre Friedenspflicht

Leyck Dieken plädiert für temporäre Friedenspflicht

Der DAV wollte sich auf Nachfrage der PZ nicht zu den Gesprächen mit den Kassen äußern. Immerhin: Die Apotheker erhalten prominente Unterstützung von der Gematik. Auch Gematik-Chef Markus Leyck Dieken spricht sich für eine solche Friedenspflicht aus. Gegenüber der PZ sagte er: »Selbst wenn die Übertragung zwischen allen Rechenzentren und allen Kassen zum 1. Januar reibungslos funktionieren wird, kann es bei einem IT-Projekt dieser Größenordnung dazu kommen, dass es bei einigen wenigen E-Rezepten zu Unvollständigkeiten oder formalen Fehlern kommt. Diese Toleranzphase muss man bei solch großen IT-Projekten akzeptieren. Daher plädiere ich dafür, dass DAV und GKV-SV sich darauf einigen, dass es während der Einführungsphase bei solchen formalen Fehlern nicht zu Retaxationen kommt.«

Zum aktuellen Zustand bei der E-Rezept-Einführung erklärte Leyck Dieken erneut, dass man in den verbleibenden Wochen unbedingt die Abrechnung sicherstellen müsse. Wörtlich sagte er: »Wenn Ärzte im kommenden Jahr technisch in der Lage sind, E-Rezepte auszustellen, müssen sie dies auch tun. Deswegen müssen wir unbedingt sicherstellen, dass solche E-Rezepte auch die komplette Verordnungs- und Abrechnungskette durchlaufen können. In den Abrechnungsprozess, also die Kommunikation zwischen Rechenzentren und Krankenkassen, hatten wir als Gematik bislang wenig Einblick, das hat sich nun aber geändert. Da es noch einige offene Probleme gibt, müssen wir in den kommenden Wochen bis zum Jahresende insbesondere diese lösen.«

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