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ABDA-Präsident Preis
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Doppelt so viele Grippeimpfungen in Apotheken wie 2024/25

ABDA-Präsident Thomas Preis sagte gegenüber der FAZ, dass sich die Zahl der Grippeimpfungen in Apotheken in dieser Impfsaison im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt habe. In naher Zukunft könnte diese Zahl noch einmal deutlich wachsen.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 27.01.2026  15:30 Uhr

Deutschland steckt mitten in der Grippewelle, doch nur wenige Menschen lassen sich gegen das Influenzavirus impfen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) waren hierzulande in der Saison 2024/25  nur 34,5 Prozent der Menschen über 60 Jahren gegen Influenza geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt jedoch eine Quote von 75 Prozent. 

Geht man von der Nachfrage in diesem Herbst und Winter aus, könnte sie  in dieser Saison etwas steigen. Dabei spielen offenbar auch die Apotheken eine größere Rolle als bisher. »Die ersten Zahlen zeigen, dass Apotheken in dieser Impfsaison doppelt so viele Impfungen durchgeführt haben wie im vergangenen Jahr«, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis gegenüber der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« (FAZ). Er gehe davon aus, dass die Apotheken in der Saison 2026/27 noch einmal deutlich mehr impfen werden. Der ABDA-Präsident hofft, dass sich die niedrigen Impfquoten in Deutschland durch das wachsende Angebot steigern lassen. In anderen Ländern lasse sich dieser Effekt bereits beobachten. 

Aktuell darf in Apotheken nur gegen Grippe und Covid-19 geimpft werden. Nicht alle Apotheken bieten Impfungen an. Das liegt auch daran, dass Apothekerinnen und Apotheker dafür eine Fortbildung absolvieren und entsprechende Räumlichkeiten vorhalten müssen. Da Grippe- und Covid-19-Impfungen ein saisonales Geschäft sind, lohnt sich dieser Aufwand nicht immer. Doch die geplante Apothekenreform sieht vor, dass Apotheken bald alle Totimpfstoffe verabreichen dürfen. Das könnte Impfungen für viele Apotheken lukrativer machen. 

Werden Impfstoffe knapp?

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Meldungen über eine Knappheit bei Grippeimpfstoffe. Seit dem 15. Januar sind beispielsweise Efluelda-Packungen in italienischer Aufmachung in Deutschland verfügbar. Die für Deutschland vorgesehenen Dosen des Hochdosis-Impfstoffs für Senioren waren hier bereits abverkauft. Das Paul-Ehrlich-Institut hatte Hersteller Sanofi eine entsprechende Erlaubnis zum Inverkehrbringen erteilt.

CSL Seqirus, das mit Fluad den anderen für Personen ab 60 Jahren empfohlenen Impfstoff vertreibt, gab vergangene Woche bei einer Pressekonferenz auf Nachfrage der PZ an: »Wir sind aktuell noch lieferfähig.« Das gelte auch für den normaldosierten, zellkulturbasierten Grippeimpfstoff Flucelvax. Aufgrund der hohen Nachfrage habe Seqirus zusätzliche 135.000 Dosen Flucelvax aus einem spanischen Lager nach Deutschland gebracht, heißt es im FAZ-Artikel.

Hersteller sieht höhere Nachfrage 

Markus Kirchner, Medical Director von CSL Seqirus Deutschland, sprach gegenüber der PZ von einer deutlich höheren Nachfrage nach Grippeimpfstoffen als im Vorjahr. Er rechnet mit einer höheren Impfquote in dieser Saison.

Auch ABDA-Präsident Thomas Preis sieht kein Problem mit der Impfstoffbeschaffung und geht nicht davon aus, dass die Impfkampagne  auf den letzten Metern ins Straucheln gerät. »Bei Großhändlern und Apotheken gibt es teilweise noch Restbestände«, so Preis zur FAZ. Der Import von Impfstoffen aus dem europäischen Ausland sei gängige Praxis, da die Impfstoffe in ganz Europa dieselbe Zusammensetzung hätten. Man gehe weiter davon aus, dass alle, die geimpft werden wollen, geimpft werden können. 

Im aktuellen Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI heißt es: »Alle Personen, für die die STIKO die Grippeschutzimpfung empfiehlt, sollten sich noch impfen lassen, falls dies noch nicht geschehen ist.«

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