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Naloxon-Nasenspray
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Dieser OTC-Switch wird Leben retten

Das BMG will Naloxon-Nasenspray gegen Opioid-Überdosierungen einfacher verfügbar machen – auch mit Blick auf die erwartete Zunahme synthetischer Opioide in der Drogenszene. Auf die Apotheken kommt die Beratung einer besonderen Klientel zu. Die Deutsche Aidshilfe begrüßt die Empfehlungen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 06.03.2025  16:20 Uhr

Naloxon-Spray soll erstattungsfähig bleiben

Das NALtrain-Projekt wurde vergangenen Dezember abgeschlossen. »Das Projekt hat gezeigt, dass der Weg über die Arztpraxis bei fortgesetzter Skepsis vieler Behandler*innen, dass das Medikament zum risikoreicheren Konsum motivieren könnte, die größte Hürde der breiteren Implementierung in der Praxis war«, berichtet Dirk Schäffer, Referent für Drogen und Strafvollzug bei der Deutschen Aidshilfe, gegenüber der PZ.

»Auch die Ergebnisse des bayerischen Modellprojekts, unsere Erfahrungen und internationale Literatur konnten hier keinen Meinungswandel erzielen. Wir hoffen, dass nun auch viele niedrigschwellig arbeitende Drogenprojekte das Medikament aus der Apotheke beziehen werden, um es an Konsument*innen weiterzugeben. Dies war bisher nicht möglich.«

Die Aidshilfe hofft damit auf eine realistische Chance, den großen Anteil Opioid-bedingter Todesfälle mittelfristig zu reduzieren. Besonders erfreulich sei, dass die Erstattungsfähigkeit bestehen bleiben soll. Auch das unterstütze die dringend notwendige Verbreitung des Medikaments. Bezüglich der Finanzierung legte das BMG laut Protokoll dar, dass eine Erstattung durch die GKV trotz OTC-Status vom Gemeinsamen Bundesausschuss geprüft werde.

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