| Alexandra Amanatidou |
| 27.08.2026 12:00 Uhr |
Laut Daten des Deutschen Roten Kreuzes werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland lückenlos sicherzustellen. / © Getty Images/AnnaStills
Laut Daten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland lückenlos sicherzustellen. Da Blutpräparate nur eine kurze Haltbarkeit von teilweise nur wenigen Tagen haben, ist es laut dem DRK wichtig, kontinuierlich zu spenden. Doch nur drei Prozent der Bevölkerung spendet hierzulande Blut. Besonders im Sommer werden Blutkonserven häufig knapp, wie die Bundesregierung und Organisationen immer wieder betonen. Durch Urlaubs- und Ferienzeiten sinkt die Spendenbereitschaft.
Vor dem Hintergrund der Stärkung der Rolle der Apotheken in der Primärversorgung ist es laut Christian Ude, Präsident der Apothekerkammer Hessen, naheliegend, dass Apotheken auch das Thema Blutspenden aufgreifen.
»Letztlich haben wir jeden Tag mit so vielen Menschen zu tun«, sagt er. Anfang des Jahres rief er die Apotheken dazu auf, die Menschen aktiv auf Blutspenden anzusprechen. Denn der vergangene Winter hatte es in sich: Grippesaison, Urlaubstage und Minustemperaturen führten zu »massiven Engpässen« bei den Blutreserven.
Ude kann sich jedoch nicht nur Beratung und Sensibilisierung für das Thema vorstellen, sondern auch die Organisation des Blutspendens selbst. »Am Ende will ich auch nicht ausschließen, dass sich Apotheken in bestimmten Regionen oder Städten an der Organisation beteiligen können, etwa indem sie gemeinsam mit anderen Organisationen Blutspendetage organisieren.«
Mit einer Blutspende könnten Menschen einen Beitrag leisten, »die Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten, ohne sich in irgendeiner Form in Gefahr zu bringen«, sagt Ude. Blutspenden würde uns alle etwas angehen. »Schlussendlich ist man dankbar, wenn man selbst in die Situation kommt und es ausreichend Blutkonserven gibt.«
Die reine Blutspende dauert laut dem DRK circa 15 Minuten. Demnach kann jede und jeder gesunde Erwachsene, der oder die mindestens 50 Kilogramm wiegt, Blut spenden. Männer dürfen mehr Spenden pro Jahr leisten als Frauen. Zudem muss stets ein bestimmter Abstand zwischen zwei Blutspenden liegen. Blut ist für Operationen, Notfälle, Transplantationen oder die Behandlung von Krebserkrankungen unverzichtbar. Das liegt auch daran, dass es keinen künstlichen Ersatz für Blut gibt.
»Es hat viele gesundheitliche Vorteile, auch für einen selbst«, sagt Leonie Schulz, Beauftragte für Public Health beim Bundesverband der Pharmaziestudierenden (BPhD), gegenüber der PZ. Dazu gehören etwa regelmäßige Gesundheits-Check-ups, die Überprüfung der Eisenwerte und die Untersuchung auf verschiedene Infektionskrankheiten.
Um auf spielerische Weise auf das Thema aufmerksam zu machen, organisiert der Verband in Deutschland den »Vampire Cup«. Dabei handelt es sich um einen jährlichen Blutspendewettbewerb, an dem alle Fachschaften der Pharmazie teilnehmen. »Manchmal ist im Leben ja auch viel los, und dann sieht man die Werbung für den ›Vampire Cup‹ und denkt: ›Mensch, ich könnte ja auch mal wieder spenden gehen‹«, sagt Schulz.
Für sie ist das Thema auch im Hinblick auf den demografischen Wandel wichtig. »Wir werden immer mehr Blutspenden benötigen, weil wir eine alternde Gesellschaft haben, die einfach mehr auf medizinische Versorgung angewiesen ist. Gleichzeitig gibt es immer weniger junge Menschen, die nachkommen und tendenziell spenden könnten«, sagt die Pharmaziestudentin.
Die Aktion findet hauptsächlich im Herbst statt. Im Oktober und November haben die Fachschaften die Möglichkeit, einen Zeitraum von 14 zusammenhängenden Tagen auszuwählen, um die Blutspendenaktion zu organisieren. Nicht nur Studierende können Blut spenden – die Aktion steht allen offen.