| Paulina Kamm |
| 13.10.2026 12:30 Uhr |
Man habe Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) vorgelegt und einen 100-Tage-Plan implementiert. Auch von Initiativen in den Bereichen medizinische Gegenmaßnahmen, Forschung und Entwicklung sowie Produktherstellung berichtete der Moderator. Seitens der World Health Organization (WHO) gebe es nun ein Zentrum für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin sowie ein Zentrum für den Transfer von mRNA-Technologie in Südafrika.
Der Direktor des Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC), Jean Kaseya, berichtete indessen vom aktuellen Stand der Ebola-Bekämpfung. Insgesamt seien inzwischen fast 3 Milliarden Dollar an finanziellen Mitteln gesammelt worden – zum Großteil aus afrikanischen Ländern. Die Eigenverantwortung Afrikas müsse in seinen Augen gestärkt werden, sodass weitere Konzepte Anklang finden könnten. Aktuell sei er bemüht, die Staatschefs der betroffenen Länder an einen Tisch zu bekommen. »Wenn man mehr als 250 Ausbrüche pro Jahr bewältigen muss, ist es die Angst vor einer aus Afrika stammenden Pandemie, die mich jede Nacht wach hält«, so Kaseya.
Frederik Kristensen, Geschäftsführer von Regionalized Vaccine Manufacturing Collaborative (RVMC), unterstrich Kaseyas Ansatz. In seinen Augen müsse man insbesondere am Transfer der Maßnahmen in die Praxis arbeiten. Hierfür plädierte er für konkrete Wege zur Umsetzung übergeordneter Strategien und Ziele, bessere Daten und Erkenntnisse und die Stärkung interregionaler Zusammenarbeit. Zur Pandemievorbereitung empfahl er Stresstests und vorausschauende Planung.
Eine regulatorische Harmonisierung hält Kristensen für essenziell. »Ich denke, die Marktseite sowie die regulatorischen und politischen Aspekte sind tatsächlich die größere Herausforderung«, ordnete er ein. Dies führe zu einem leichteren Zugang zu Medikamenten und zu höherem Marktvolumen.
Priya Basu, Geschäftsführerin des Pandemiefonds, mahnte, dass man aus Covid mitnehmen solle, wie Vernachlässigungen in der Pandemievorbereitung zu einer Verschlechterung in der pandemischen Akutsituation führen. »Unsere Mission beim Pandemiefonds ist es, diesen Kreislauf aus Panik und Vernachlässigung ein für alle Mal zu durchbrechen und wirklich in diese entscheidenden Bereiche zu investieren, die den Ländern helfen, Ausbrüche schnell zu erkennen, einzudämmen und zu bewältigen«, so Basu.