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World Health Summit
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Die nächste Pandemie kommt bestimmt

Pandemien gehören zu den größten Risiken für die globale Gesundheit. Im Zuge des World Health Summits in Berlin ziehen Staatssekretär Georg Kippels und weitere Expertinnen und Experten Lehren aus der Covid-Pandemie. Wie können Gesundheitssysteme in Zukunft gewappnet sein?
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 13.10.2026  12:30 Uhr

Man habe schon viel erreicht, sei allerdings noch lange nicht am Ziel, sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), Georg Kippels (CDU), am zweiten Tag des World Health Summits in Berlin. »Wir brauchen stärkere Institutionen, eine nachhaltige Finanzierung, eine bessere Koordinierung und vor allem das politische Engagement, um voranzukommen«, forderte der CDU-Politiker im Zuge des Panels »Pandemic Preparedness at a Crossroads: Financing and Governing Global Health Security«. Dies könne man auch am aktuellen Ebola-Ausbruch in Zentralafrika sehen.

»Glauben wir, dass unsere Gesundheitssysteme in bester Verfassung waren?«, fragt die schweizerische Geschäftsführerin von Roche Pharmaceuticals, Teresa Graham, mit Blick auf die Versorgungslage. Bereits vor der Pandemie seien die Systeme an vielen Orten der Welt über ihrer Belastungsgrenze gewesen. Die Lehren daraus seien laut Graham gering: »Wir haben Ärzte verloren, wir haben Pflegekräfte verloren, wir haben viel an Belastbarkeit in unseren Strukturen eingebüßt. Und dann haben wir weitergemacht, als wäre nichts geschehen. Und wir haben wieder nicht in die Strukturen investiert, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich die Grundlage bilden, die es uns ermöglicht, mit der nächsten Pandemie umzugehen – die kommen wird«, so die Roche-Geschäftsführerin.

Moderator Professor Victor Dzau, Mitglied des Global Preparedness Monitoring Board (GPMB), sprach hingegen von konkreten Lehren, die man aus Covid gezogen habe: Präventionsmaßnahmen seien implementiert worden, und Frühwarnsysteme erkennen Bedrohungen schneller und reagieren effektiver. Für die Zukunft müsse man wiederum Impfstoffnationalismus, Ungleichheit und Störungen in der Lieferkette verhindern. Covid sei auch hinsichtlich des Umgangs mit Falschinformationen lehrreich gewesen. Institutionelle Legitimität und eine effektive Führung seien sowohl für die Bewältigung pandemischer Krisen als auch für deren Vorsorge essenziell.

Pandemievorkehrungen auf internationaler Ebene

Man habe Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) vorgelegt und einen 100-Tage-Plan implementiert. Auch von Initiativen in den Bereichen medizinische Gegenmaßnahmen, Forschung und Entwicklung sowie Produktherstellung berichtete der Moderator. Seitens der World Health Organization (WHO) gebe es nun ein Zentrum für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin sowie ein Zentrum für den Transfer von mRNA-Technologie in Südafrika.

Der Direktor des Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC), Jean Kaseya, berichtete indessen vom aktuellen Stand der Ebola-Bekämpfung. Insgesamt seien inzwischen fast 3 Milliarden Dollar an finanziellen Mitteln gesammelt worden – zum Großteil aus afrikanischen Ländern. Die Eigenverantwortung Afrikas müsse in seinen Augen gestärkt werden, sodass weitere Konzepte Anklang finden könnten. Aktuell sei er bemüht, die Staatschefs der betroffenen Länder an einen Tisch zu bekommen. »Wenn man mehr als 250 Ausbrüche pro Jahr bewältigen muss, ist es die Angst vor einer aus Afrika stammenden Pandemie, die mich jede Nacht wach hält«, so Kaseya.

Maßnahmen in die Praxis

Frederik Kristensen, Geschäftsführer von Regionalized Vaccine Manufacturing Collaborative (RVMC), unterstrich Kaseyas Ansatz. In seinen Augen müsse man insbesondere am Transfer der Maßnahmen in die Praxis arbeiten. Hierfür plädierte er für konkrete Wege zur Umsetzung übergeordneter Strategien und Ziele, bessere Daten und Erkenntnisse und die Stärkung interregionaler Zusammenarbeit. Zur Pandemievorbereitung empfahl er Stresstests und vorausschauende Planung.

Eine regulatorische Harmonisierung hält Kristensen für essenziell. »Ich denke, die Marktseite sowie die regulatorischen und politischen Aspekte sind tatsächlich die größere Herausforderung«, ordnete er ein. Dies führe zu einem leichteren Zugang zu Medikamenten und zu höherem Marktvolumen.

Priya Basu, Geschäftsführerin des Pandemiefonds, mahnte, dass man aus Covid mitnehmen solle, wie Vernachlässigungen in der Pandemievorbereitung zu einer Verschlechterung in der pandemischen Akutsituation führen. »Unsere Mission beim Pandemiefonds ist es, diesen Kreislauf aus Panik und Vernachlässigung ein für alle Mal zu durchbrechen und wirklich in diese entscheidenden Bereiche zu investieren, die den Ländern helfen, Ausbrüche schnell zu erkennen, einzudämmen und zu bewältigen«, so Basu.

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