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Schlafdauer im Vergleich
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Die Franzosen schlafen am meisten

Was in Tokio als normal lange Nachtruhe gilt, wirkt in Paris fast wie ein Mittagsschläfchen: Wie lange wir schlafen, hängt auch von der Kultur ab, in der wir leben. Demnach scheint auch die ideale Schlafdauer für die optimale Gesundheit zu variieren.
Datum 10.02.2026  07:00 Uhr

Die alte Faustregel von acht Stunden Nachtschlaf gerät immer mehr ins Wanken. Ein Forschungsteam der University of British Columbia um den Sozial- und Kulturpsychologen Professor Dr. Steven Heine hat vor einiger Zeit Schlaf- und Gesundheitsdaten von knapp 5000 Menschen aus 20 Ländern ausgewertet. Anhand der Daten aus Nordamerika, Europa, Asien, Afrika und Südamerika war zu erkennen, dass die optimale Schlafdauer offenbar kein global berechenbarer Wert ist, sondern auch vom kulturellen Umfeld abhängt.

Während Menschen in Japan im Schnitt nur sechs Stunden und 18 Minuten schlafen, gönnen sich die Französinnen und Franzosen mit sieben Stunden und 52 Minuten rund anderthalb Stunden mehr. Die Niederländer belegen Platz zwei der Vielschläfer, Deutschland war nicht Teil der Untersuchung. Kanada lag dagegen mit sieben Stunden und 27 Minuten im Mittelfeld. Laut der Studie sind diese kulturellen Unterschiede bereits bei Säuglingen und Kindern zu beobachten.

Empfehlungen überdenken

Allerdings fanden die Forschenden keinerlei Hinweise darauf, dass kürzere Schlafzeiten automatisch mit schlechterer Gesundheit einhergingen. Entscheidend sei vielmehr, wie nah die individuelle Schlafdauer an dem liege, was im eigenen Land als üblich gilt, heißt es. Wer sich also an kulturellen Idealwerten orientiert – bewusst oder unbewusst –, berichtet tendenziell von besserer Gesundheit.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Menschen in allen 20 Ländern schlafen offenbar mindestens eine Stunde weniger, als ihre Kultur als optimal ansieht. Und je weiter jemand vom Äquator entfernt lebt, desto länger ist offenbar seine Schlafzeit.

Die Autorinnen und Autoren regen im Fachjournal »Proceedings of the National Academy of Sciences« (PNAS) an, Schlafempfehlungen künftig an kulturelle Normen anzupassen, um bessere Gesundheitsergebnisse zu erzielen.

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