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Stiftung Warentest
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»Die Apotheke um die Ecke bleibt unersetzlich«

Stiftung Warentest hat neun Online-Apotheken getestet und dabei deutliche Unterschiede bei Qualität und Sicherheit festgestellt. Im Zentrum des Tests stand die fachliche Beratungsqualität.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 20.05.2026  13:30 Uhr

Zwar würden Online-Apotheken eine wichtige Ergänzung zur Versorgung vor Ort bieten, »bei dringendem Bedarf oder im Notfall bleibt die Apotheke um die Ecke aber unersetzlich«, so das Fazit der Stiftung Warentest. Im Testbericht heißt es: »Wer schnell etwas braucht, nutzt – falls möglich – die Apotheken vor Ort. Sie haben Arzneien vorrätig beziehungsweise können sie oft noch am selben Tag beschaffen oder nach Alternativen schauen. Und sie übernehmen den Nacht- und Notdienst – alles wichtige Vorteile von Vor-Ort-Apotheken.«

Unter den untersuchten Online-Apotheken waren unter anderem DocMorris, Medpex, Sanicare, Shop Apotheke und Apodiscounter. Im Zentrum des Tests stand die fachliche Beratungsqualität.

»Wer online Medikamente kauft, sollte genau hinschauen«, warnte Bettina Sauer, Gesundheitsexpertin bei der Stiftung Warentest.  Falsche oder fehlende Hinweise etwa zu Wechselwirkungen und Risiken könnten Patientinnen und Patienten ernsthaft gefährden. Teilweise hätten die Online-Apotheken nicht über mögliche Überdosierungen aufgeklärt.

Bei einem Anbieter seien beim Einlösen von E-Rezepten sensible Gesundheitsdaten an einen Werbetracker gelangt. Ein anderer habe mitgeteilt, die Rücknahme von gelieferten Medikamenten sei nicht möglich, was rechtlich unzulässig sei. Beide Unternehmen hätten auf die Testergebnisse reagiert, ein Versehen eingeräumt und Korrekturmaßnahmen umgesetzt, so Stiftung Warentest.

Die Tester bestellten beispielsweise Ibuprofen gegen Schmerzen und niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS 100) zum Blutverdünnen. »Wir erwarteten eine Info, dass bei der Einnahme ein Zeitabstand wichtig ist«, so die Testpersonen. Zwar hätten viele Versender gut reagiert und informierten über eine Nachricht im Kundenkonto korrekt zur zeitlich versetzten Einnahme. Doch Apodiscounter und Medikamente per Klick, die beiden Schlusslichter im Test, hätten die Mittel ohne jegliche Hinweise ausgeliefert. Auch dm-med habe diese Information nicht richtig kommuniziert und nur schriftlich einen allgemeinen Hinweis zu einer möglichen Wechselwirkung herausgegeben. 

»Günstige Preise allein sind kein Qualitätsmerkmal«

Zudem habe vielfach Produktwerbung die Nutzung der Apps gestört. Bei Apodiscounter, Sanicare und Shop Apotheke habe sich die pharmazeutische Beratungshotline nur schwer finden lassen. Zudem hätten Aponeo und Medikamente per Klick nicht ausreichend dafür gesorgt, dass die Ware nicht bei Nachbarn oder Minderjährigen landet, »etwa durch entsprechende Paketaufkleber«, so Stiftung Warentest.

Bettina Sauer resümierte: »Nicht alle Online-Apotheken glänzen fachlich.« Dennoch seien drei Versandapotheken positiv herausgestochen, zudem wüssten die meisten Anbieter beim Service zu überzeugen, erklärte die Expertin. Die beiden besten Versender im Test waren Doc Morris und Medpex, die beide zur Doc Morris AG gehören. 

Preisvorteile würden alle getesteten Versender anbieten, besonders bei rezeptfreien Mitteln. »Ausländische Anbieter locken zudem mit Rabatten auf Rezepte. Doch günstige Preise allein sind kein Qualitätsmerkmal, wie der Test deutlich zeigt«, erklärte Stiftung Warentest.

Der ausführliche Test erscheint in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest oder online unter www.test.de/versandapotheken.

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