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Marktrücknahme Humaninsuline
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Diabetes-Patienten frühzeitig umstellen

Vor Kurzem kündigte Novo Nordisk an, seine Humaninsuline bis 2026 sukzessive vom Markt zu nehmen. Das wirkt sich stark auf die Therapie von bis zu 240.000 Menschen mit Diabetes aus. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft gibt Empfehlungen zur Umstellung und fordert eine langfristige Versorgungssicherheit.
AutorKontaktPZ
Datum 05.11.2024  15:28 Uhr

Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bekommt aktuell etwa jeder zehnte Patient mit Diabetes in Deutschland ein Humaninsulin. Nach Sanofi im vergangenen Jahr will nun Novo Nordisk als der zweite große Anbieter von Insulinen seine Humaninsuline schrittweise vom Markt nehmen. Das hatte das dänische Unternehmen vor rund einem Monat angekündigt. Betroffen sind die Insuline Levemir®, Actrapid®, Actraphane® und Protaphane® sowie Fiasp PumpCart®. Sie sollen stufenweise, beginnend mit dem zweiten Quartal 2025 und bis Ende 2026, vom Markt gehen.

»Die Verfügbarkeit von Humaninsulin wird erheblich eingeschränkt sein, was Auswirkungen auf insgesamt etwa 240.000 Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben wird, die eine Insulintherapie betreiben«, sagt DDG-Präsident Professor Dr. Andreas Fritsche in einer aktuellen Pressemitteilung der Fachgesellschaft. »Es wird, soweit wir es jetzt absehen können, zu keinen Versorgungsengpässen mit Insulin an sich kommen, da es gute Alternativen zum Humaninsulin gibt.« Allerdings sollten sich Ärzte und Patienten bereits jetzt Gedanken über die Umstellung machen, um eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten.

Noch verfügbar bleiben die Humaninsuline von Eli Lilly, wobei laut DDG nicht bekannt ist, wie dieses Unternehmen in der Zukunft weiter mit der Herstellung und dem Vertrieb verfahren werde. Die DDG scheint mit einem Rückzug zu rechnen und warnt vor möglichen phasenweisen Lieferengpässen. Alternativ können Patienten auf Insulin-Analoga umsteigen. Die DDG nennt hier als Vorteile eine schnellere oder verlängerte Wirkung und eine geringere Gefahr für Unterzuckerungen.

»Allerdings bedeutet der Umstieg für einige Betroffene eine Phase der Umstellung, die individuell durch das Diabetesbehandlungsteam begleitet werden sollte«, so Fritsche. »Die Dosierungen müssen sorgfältig angepasst werden und Beratung ist wichtig, um die Handhabung neuer Insulinpens oder spezifische Eigenschaften der Analoga zu verstehen.«

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