Den richtigen Dreh müsse man in der Beratung vor allem bei geriatrischen Patienten draufhaben. Kindergesicherte Schraubverschlüsse verlangten etwa einen erheblichen Kraftaufwand. Und im Spiriva® Respimat® sieht Kircher »die schwierigste Arzneiform, die wir bei Atemwegserkrankungen zur Handhabung öffnen können sollen«. 80 Newton seien nötig, um die Kartusche in den Sprühvernebler einzuführen. Das gehe nur, wenn man sich in aufrechter Haltung mit dem vollen Körpergewicht daraufstütze – was für Senioren nicht ohne Weiteres umzusetzen ist.
»Bieten Sie deshalb Ihren geriatrischen Patienten an, für sie die Packung zu öffnen. Das ist für sie eine erhebliche Erleichterung – und eine kleine, feine Dienstleistung, die kein Versandhändler der Welt bietet.«
Als großen Vorteil von Dosieraerosolen nannte der Referent den geringen Strömungswiderstand der Devices und dass die Patienten nur einen geringen maximalen inspiratorischen Druck erzeugen können müssen – was geriatrischen Patienten entgegenkommt. Die Auslösung der Inhalation erfolgt zu Beginn beziehungsweise kurz nach Beginn des langsamen und tiefen Einatmens.
Genau das sei aber der häufigste Anwendungsfehler überhaupt, den Patienten bei der Verwendung von Inhalationsdevices machen: »Wird erst ausgelöst und dann eingeatmet, bleibt zu viel Infiltrat im Rachen hängen. Wenn der Patient diese korrekte Koordination nicht schafft, ist ein Spacer vonnöten. Das betrifft vor allem Kinder und geriatrische Patienten.«
Letzteren kann es auch Schwierigkeiten bereiten, den Atem für fünf bis zehn Sekunden anzuhalten. Kircher empfahl, nach Erleichterungen für die Patienten zu suchen, indem die Stoffeigenschaften des Arzneistoffs berücksichtigt werden. Will heißen: Bei hydrophilen Arzneistoffen wie Salbutamol seien drei bis fünf Sekunden des Luftanhaltens ausreichend. Weil Glucocorticoide lipophil sind, sollte dagegen die Atempause besser zehn Sekunden andauern, um ein Maximum an Wirkung zu erzielen. »Mit unserem pharmazeutischen Wissen können wir die Schulung individuell auf den Patienten zurechtschneiden.«