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pDL Inhalativa
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Device-Schulung braucht einen besonderen Dreh

Die Inhalationstherapie von Atemwegserkrankungen ist komplex. Regelmäßige Schulungen sind deshalb unverzichtbar. In spielerischen Elementen sieht Apotheker Dr. Philipp Kircher eine große Chance, um Patientinnen und Patienten zur richtigen Anwendung zu motivieren.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.02.2026  18:00 Uhr

Die richtige Anwendungstechnik der inhalativen Darreichungssysteme ist der entscheidende Faktor, damit der Wirkstoff auch in ausreichend großer Menge an seinen Wirkort in die Lunge gelangt. »Der Patient muss verstehen, warum er etwas tun soll. Nur dann ist er auch bemüht, es umzusetzen«, betonten die niedergelassenen Apotheker Dr. Philipp Kircher und Dr. Dominik Bauer am vergangenen Wochenende bei der virtuellen Hermann-Hager-Tagung der Landesapothekerkammer Brandenburg. Die beiden Referenten stellten viele Tipps für die richtige Arzneimittelanwendung vor – nach dem Motto »aus der Praxis für die Praxis«.

»Gamifikation« heiße das Zauberwort, um Patienten bei der Stange zu halten. »Wecken Sie die Neugierde, seien Sie ein bisschen frotzelig oder schließen Sie kleine Wetten ab«, empfahl Kircher. Auch lohne es sich, mit Schaubildern zu arbeiten, die illustrieren, in wie weit der Ort und das Ausmaß der Wirkstoffdeposition von der richtigen Inhalationstechnik abhängig ist. »Den Unterschied sieht auch der medizinische Laie, dass bei fehlerhafter Anwendung der Großteil des Wirkstoffs im Rachen hängen bleibt und gar nicht in der Lunge ankommt.«

Inhalationsgeschwindigkeit veranschaulichen

Der Apotheker empfahl, nach der Demonstration des Inhalationsgeräts in jedem Fall auch den Patienten selbst die Inhalation per Dummy vorzuführen zu lassen. Selbst bei langjährigen Anwendern würden sich bei der Handhabung immer wieder Fehler einschleichen.

Um zu veranschaulichen, dass die meisten Patienten zu kräftig inhalieren, setzt Kircher gerne den »In Check Dial-16« ein – ein Messgerät, das die Inhalationsgeschwindigkeit bestimmt. Ist der Atemfluss zu stark, schlägt die Anzeige nach rot aus. »Dann sieht der Patient mit eigenen Augen, dass das mit einem Dosieraerosol, das langsam und kontinuierlich inhaliert werden muss, nicht zusammenpasst. Dieses Tool eignet sich wunderbar auch als Opener, um die pDL-Schulung schmackhaft zu machen«, riet der Fachapotheker für Arzneimittelinformation.

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