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Internationaler Vergleich
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Deutschland schneidet bei Pandemie-Bekämpfung nicht gut ab

Im internationalen Vergleich landet Deutschland bei der Pandemie-Bekämpfung nur auf Platz 55 von insgesamt 98 Plätzen. Das zeigt eine Studie des Think Tanks »Lowy Institute« aus Australien. Demnach schneiden vor allem Inselstaaten und asiatische Länder besser ab. Zudem haben es einwohnerstarke Länder schwerer als kleinere Staaten.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 01.02.2021  13:00 Uhr

Bevölkerungsgröße und geographische Lage haben Einfluss

Zusätzlich liefert das Institut auf seiner Website einen Vergleich zwischen verschiedenen sozioökonomischen Parametern. So zeigt eine Grafik, dass die europäischen Länder vor einigen Wochen noch zu den besten Pandemie-Bewältigern (durchschnittlich bis zu 70 Punkte) gehörten, dass sie jetzt aber sogar zu den schlechtesten (30 Punkte) zählen. Zum Vergleich: Die asiatischen und pazifischen Staaten spielten seit Beginn der Pandemie eher in der oberen Etage mit und lagen im Durchschnitt immer bei einem Index von 50-65 Punkten. Die nord- und südamerikanischen Länder und Staaten aus dem Mittleren Osten und aus Afrika zeigten in den vergangenen Wochen einen leichten Anstieg was das Ergebnis ihrer Pandemie-Bekämpfung angeht.

Oft wird zudem argumentiert, dass man die Pandemie-Strategie in Deutschland nicht mit den von autokratischen Staaten vergleichen könne. Die Forschungsergebnisse des australischen Instituts zeigen aber, dass die demokratischen Länder am Anfang Schwierigkeiten hatten und die mit autoritären Regimes mit rund 75 Punkten eher einen guten Start hinlegten. Anfang Januar pendelte sich der Durchschnittswert der verschiedenen Regimes jedoch bei ähnlichen 50 Punkten ein. Die Zuordnung wurde anhand des Demokratie-Index »The Economist Intelligence Unit Democracy Index 2019« erstellt.

In Bezug auf die ökonomische Stärke eines Landes ist bemerkenswert, dass stark entwickelte Länder einen viel höheren Durchschnittswert erzielen und in den vergangenen Wochen besser durch die Pandemie kamen, allerdings senkte sich das Niveau der wirtschaftsstarken Länder auf das gleiche Niveau wie wirtschaftsschwächere Länder (bei rund 50 Punkten). Die Unterteilung erfolgte anhand der Datenbank »International Monetary Fund’s World Economic Outlook« des Internationalen Währungsfonds (IMF).

Einen deutlicheren Effekt zeigt die Betrachtung der Bevölkerungsgröße. Kleinere Staaten (weniger als 10 Millionen Einwohner) zeigten durchweg in den vergangenen Wochen einen höheren Indexwert als mittlere (10 bis 100 Millionen Einwohner) oder bevölkerungsreiche (mehr als 100 Millionen) Länder. Gerade die einwohnerstarken Länder erzielen einen Durchschnittswert von nur 31,7 (mittlere: 47,2 und kleine: 56,5).

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