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Nachhaltige Ernährung
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Deutsche wohl weit von »Planetary Health Diet« entfernt

Die »Planetary Health Diet« beschreibt eine gesunde und gleichzeitig klimafreundliche Ernährungsweise. Nun positioniert sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu den Empfehlungen und gleicht diese mit den ihren und dem Ernährungsverhalten in Deutschland ab.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 27.05.2022  09:00 Uhr

Wo gibt es Unterschiede? 

»Wesentliche Unterschiede zeigen sich aus der globalen versus deutschlandspezifischen Betrachtung und bei der Ableitung der Lebensmittelmengen, vor allem bei Milch und Milchprodukten«, sagt Professor Dr. Bernhard Watzl, Vizepräsident der DGE und Vorsitzender der DGE-Arbeitsgruppe lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen.

Die Planetary Health Diet empfiehlt maximal 500 g Milchäquivalente pro Tag; dabei werden Milchprodukte in die zu ihrer Herstellung verwendete Milch umgerechnet. Für die Orientierungswerte der DGE ergebe sich umgerechnet in Milchäquivalente eine Spanne von 596 bis 728 g/Tag, damit lägen sie deutlich höher als die der PHD, teilt die DHG mit und führt die Diskrepanz in erster Linie auf die Verwendung unterschiedlicher Grundlagen für eine adäquate Calciumzufuhr zurück: Die PHD nehme hierfür eine wesentlich geringe Menge als die Referenzwerte der D-A-CH-Gesellschaften oder der Weltgesundheitsorganisation an.

»Besonders kritisch ist dies für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, da diese einen höheren Calciumbedarf zum Aufbau einer optimalen Knochendichte als Erwachsene haben«, meint die Fachgesellschaft.

Ernährungsverhalten in Deutschland 

»Die verzehrten Lebensmittelmengen in Deutschland weichen erheblich von den Angaben der beiden Ernährungsempfehlungen ab«, berichtet die DGE weiter. Daten der Nationalen Verzehrsstudie II würden zeigen, dass es bei der Ernährungsweise insgesamt Optimierungsbedarf gebe. »Die Zufuhr von Gemüse, Fisch und Öl liegt deutlich unter den Orientierungswerten der DGE sowie den Empfehlungen der Planetary Health Diet, während bei Fleisch, vor allem rotem Fleisch sowie Zucker die Zufuhr deutlich höher ist.«

Die Ernährungswirklichkeit in Deutschland stehe damit im deutlichen Kontrast zu den beiden Ernährungsempfehlungen. Dieser Aspekt stelle die zentrale Herausforderung für die Umsetzung einer gesundheitsfördernden und nachhaltigeren Ernährung dar, resümiert die DGE.

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