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Interview Friedemann Schmidt
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»Der Fachkräftemangel betrifft alle Freien Berufe«

Ex-ABDA-Präsident Friedemann Schmidt ist seit rund zwei Monaten Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) – ein Verband, der unter anderem die Interessen von Apothekern und Ärzten vereint. Im PZ-Interview erklärt er, welche Aufgaben der BFB hat und warum der Fachkräftemangel allen freien Berufen Probleme bereitet. Zudem verrät er, dass er im derzeit schwelenden Impf-Konflikt nicht als Mediator auftreten wird.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 06.12.2021  09:00 Uhr

In der Pharmaindustrie wird bald eine Sättigung erreicht sein

PZ: Es ist ja aber sehr auffällig, dass immer mehr Apotheker lieber im Angestelltenverhältnis in der Industrie oder der Verwaltung arbeiten als in der Apotheke. Bei Ärzten gibt es eine ähnliche Tendenz hin zu MVZ. Wie kann dieses Problem angegangen werden?

Schmidt: Erstens bin ich der Meinung, dass insbesondere in der Pharmaindustrie schon bald eine Sättigung erreicht ist, sodass gar nicht mehr so viele Wechsel von Apothekern stattfinden werden. Es muss uns aber gelingen, noch intensiver für die Selbstständigkeit in eigener Apotheke, Arztpraxis oder Anwaltskanzlei zu werben, diese attraktiver zu machen. Aus meiner Sicht kann das in erster Linie über eine Verringerung der Bürokratielast geschehen. Wir müssen auch unbedingt dafür sorgen, dass den Freiberuflern der Vorbehaltsauftrag erhalten bleibt – dass es also Aufgaben gibt, die nur die jeweiligen Freiberufler erbringen dürfen.

PZ: Um einen solchen Vorbehalt dreht sich ja derzeit der Konflikt zwischen Ärzten und Apothekern rund um das Impfen in Apotheken. Spielt dieser Konflikt im BFB wirklich keine Rolle?

Schmidt: Wir werden uns als BFB nicht dazu positionieren. Als BFB-Präsident werde ich keine aktive Rolle in der Konfliktbewältigung einnehmen, auch nicht als Vermittler oder Mediator.

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