| Johanna Hauser |
| 19.11.2025 14:00 Uhr |
Alle Patienten hatten eine linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) von mindestens 50 Prozent, 45,5 Prozent hatten einen ST-Hebungsinfarkt (STEMI). Die Teilnehmer wurden überwiegend (95 Prozent) mit PCI versorgt. Die mediane Nachbeobachtung betrug 3,6 Jahre. Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus Tod jeglicher Ursache, Myokardinfarkt oder Herzinsuffizienz. Sekundäre Endpunkte waren die Einzelereignisse.
In der mit Betablockern behandelten Gruppe trat eines der drei Ereignisse bei 8,1 Prozent (717 Teilnehmern), in der Gruppe ohne Betablocker bei 8,3 Prozent (748 Teilnehmer) auf. Die ermittelte Hazard Ratio (HR) lag bei 0,97 und war somit nicht signifikant. Dies gilt auch für die aufgeschlüsselten Einzelereignisse.
In der Betablocker-Gruppe traten 335 Todesfälle gegenüber 326 auf (HR 1,04). Myokardinfarkte erlitten 360 beziehungsweise 407 Teilnehmer (HR 0,89) und eine Herzinsuffizienz trat bei 75 gegenüber 87 Teilnehmern auf (HR 0,87).
»In dieser Metaanalyse, die Einzelpatientendaten aus fünf randomisierten Studien einschloss, senkte die Betablockertherapie nicht die Todesrate aus irgendeiner Ursache, Myokardinfarkt oder Herzinsuffizienz bei Patienten mit einem LVEF von mindestens 50 Prozent nach einem Myokardinfarkt ohne weitere Hinweise auf Betablocker«, heißt es im Paper.
Die in der REBOOT-Studie höhere Sterblichkeit von Frauen mit Betablockern in der Reinfarkt-Prophylaxe konnte in den anderen Studien nicht beobachtet werden. Die HR lag in der Gesamtbetrachtung bei 1,01, was zwar keinen vollständigen Ausschluss einer leichten Übersterblichkeit bedeutet, jedoch unwahrscheinlich ist.
Einschränkend gilt, dass die Sterblichkeit von Frauen mit Betablockern in der REBOOT-Studie nur diejenigen betraf, die eine LVEF von 50 Prozent oder mehr aufwiesen; die Teilnehmerinnen hatten ein 2,7-prozentiges erhöhtes absolutes Sterberisiko. Die Frauen mit Infarkt waren zudem älter, hatten mehr Begleiterkrankungen und erlebten häufiger Herzinfarkte ohne obstruktive Koronararterien (6 Prozent gegenüber 2 Prozent bei Männern). Darüber hinaus wurde den Frauen seltener eine leitliniengerechte Therapie verschrieben.