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ABDA-Prognose für 2029
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Den Apotheken droht ein massives Personalproblem

Eigentlich könnten die Apotheker entspannt in die Zukunft des eigenen Berufsstandes schauen: Die Zahl der berufstätigen Apotheker wächst. Doch eine Personal-Analyse der ABDA sagt gerade den Apotheken ein faustdickes Problem voraus. Denn viele Nachwuchsapotheker zieht es in Forschung und Industrie, während das Durchschnittsalter der Apothekeninhaber steigt. Die ABDA prophezeit eine Personallücke von bis zu 10.000 Fachkräften.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 08.06.2021  10:00 Uhr

ABDA wirbt für Ausbau der Studienplätze

In einer begleitenden Pressemitteilung spricht die ABDA von »hervorragenden Berufsaussichten mit einer Vollbeschäftigungs-Garantie für Pharmazie-Studierende«. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening ist allerdings auch alarmiert und fordert einen massiven Ausbau der Studienplatzkapazitäten: »Noch ist Zeit zu handeln: Wenn wir das jetzt nicht tun, laufen wir in einen gravierenden Personalengpass mit bis zu 10.000 unbesetzten Stellen im Jahr 2029.« Die Kammern und Verbände hätten ihre Bemühungen rund um die Nachwuchsgewinnung bereits ausgebaut, so Overwiening. Und weiter: »Nachwuchswerbung allein hilft aber nicht, wenn nicht endlich an den Hochschulen des Landes weitere Studienplätze bereitgestellt werden und zusätzliche Pharmazie-Standorte geschaffen werden.«

Laut ABDA könnte der Personalbedarf sogar noch größer ausfallen, weil der erhöhte Informations- und Beratungsbedarf in den Apotheken mehr Personal erfordert und in den Krankenhäusern neue Stellen für Stationsapotheker geschaffen werden. »Der hohe Bedarf an Apothekerinnen und Apothekern stellt alle Arbeitgeber bereits jetzt vor große Herausforderungen. Die öffentlichen Apotheken haben den Vorteil, dass Approbierte hier nicht nur als Angestellte oder Filialleiter, sondern perspektivisch auch als Inhaber tätig werden können. Daher sind auch Rahmenbedingungen wichtig, die junge Menschen ermuntern, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen«, so die ABDA-Präsidentin.

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