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Menschen mit Downsyndrom 
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Demenzen beginnen früher und verlaufen schneller

Menschen mit Trisomie 21 erkranken gehäuft und in jüngeren Jahren an einer Alzheimer-Demenz. Zudem haben sie eine schlechtere Prognose als genetisch nicht vorbelastete Menschen. Oft wird die Demenz aber nicht erkannt, da die intellektuelle Beeinträchtigung im Vordergrund steht.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 20.02.2023  09:00 Uhr

Begrenzte Therapieoptionen

Selbst wenn eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert wird, sind die Therapieoptionen sehr begrenzt. So wurden alle Medikamente, die bei der Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden, bei Menschen ohne Trisomie 21 erprobt. In einem systematischen Review über sechs Studien zu Antidementiva bei Menschen mit Downsyndrom schnitt nur Donepezil positiv ab, während es für Memantin, Antioxidanzien, Vitamin E und nasales Insulin keine ausreichenden Wirksamkeitsbelege gab (DOI: 10.3390/molecules27103244).

Umso wichtiger ist es laut Alzheimer-Gesellschaft, das Wohnumfeld zu verbessern und pflegende Angehörige zu unterstützen. Personal in der Behindertenhilfe brauche Hintergrundwissen über demenzbedingte Veränderungen, um situationsgerecht und vorausschauend zu handeln und Mitbewohner in Einrichtungen zur Unterstützung anregen zu können. Im Vordergrund stehe, den Arbeitsplatz der Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten und die Werkstattgruppe als soziales Umfeld einzubeziehen. Wenn die Betroffenen zu Hause leben, sollten die Werkstätten die Familien sensibilisieren und sie über demenzielle Veränderungen informieren. Hilfreich sind Schulungsangebote der Alzheimer-Gesellschaften und der Kontakt zu den Demenzfachberatungsstellen.

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