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Landtagswahl Niedersachsen
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Das planen die Parteien für Apotheken

In Niedersachsen wird am 9. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Umfragen sehen die SPD mit Ministerpräsident Stephan Weil derzeit an der Spitze – er könnte in einer dritten Amtszeit regieren. Die PZ hat sich vorab die Wahlprogramme der großen Parteien angeschaut und auf die Pläne für Apotheken hin überprüft. Oberste Priorität hat für die Parteien die Sicherstellung einer wohnortnahen und sicheren Grundversorgung. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 21.09.2022  18:00 Uhr
SPD sieht große Chancen bei der Digitalisierung

SPD sieht große Chancen bei der Digitalisierung

Im Wahlprogramm der SPD werden Apotheken nicht explizit erwähnt. Jedoch wird auch hier die Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum zunehmend als Herausforderung dargestellt. Eine optimale medizinische Versorgung in der Fläche soll zukünftig durch neue Ansätze der sektorenübergreifenden Versorgung und durch Maßnahmen eine Neuausrichtung der Krankenhausplanung erreicht werden. Arztpraxen, Krankenhäuser und »weitere an der Gesundheitsversorgung beteiligte Einrichtungen« müssen laut SPD künftig besser zusammenarbeiten. Um eine hochwertige Versorgung insbesondere auf dem Land sicherzustellen, will die SPD auch regionale Gesundheits- oder Versorgungszentren einrichten.

Auch für die SPD bietet die Digitalisierung im Gesundheitswesen große Chancen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und die Versorgungsqualität für viele Patientinnen und Patienten zu erhöhen: Dazu zählen die flächendeckende Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) sowie das E-Rezept und der Ausbau von Telemedizin. Digitale Lösungen für das Patientendatenmanagement, innovative Technologien für die Gesundheitsversorgung und deren Etablierung in der Regelversorgung will die Partei unterstützen. 

Grüne fordern sektorenübergreifende Versorgung

Die Grünen betonen in ihrem Wahlprogramm, dass sie die ambulante und stationäre medizinische Versorgung in Niedersachsen sicherstellen wollen. Dafür brauche es eine Bedarfsplanung, die Über- und Unterversorgung erfasst und Kapazitäten sinnvoll verteilt. Insbesondere im ländlichen Raum sollen ambulante, stationäre und poststationäre Leistungserbringer zusammengeschlossen und mit Reha-Einrichtungen, Apotheken und anderen Gesundheitseinrichtungen in integrierten Versorgungszentren in öffentlicher Hand zusammengebracht werden, heißt es in deren Wahlprogramm. Eine stärkere Einbindung nichtärztlicher Heilberufe in die Primärversorgung führe zu einer verlässlichen wohnortnahen Grundversorgung, gleichwohl müsse die hausärztliche Versorgung gestärkt werden. 

Auch die Linkspartei setzt sich für eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung ein und spricht sich für kommunale Versorgungszentren und Polikliniken aus. »Ergänzt werden können sie beispielsweise durch das Doc-Mobil, bei dem das medizinische Personal in Kleinbussen unterwegs ist, oder speziell geschulte Gesundheitsfachkräfte («Gemeindeschwestern«), die Hausbesuche machen und durch die Übernahme nichtärztlicher Tätigkeiten Arztpraxen entlasten. Apotheken können niedrigschwellige Angebote der Gesundheitsberatung und Prävention übernehmen«, wie es im Wahlprogramm der Linkspartei steht. Konkret wird die Einführung von barrierefreien Shuttle-Services zu Arztpraxen und Apotheken vorgeschlagen. 

Die FDP fordert für Schulen in freier Trägerschaft zur Ausbildung in Gesundheitsfachberufen Finanzhilfen, »bis ein Mangel an Ausbildungsplätzen nicht mehr besteht.« Die AfD verlangt in ihrem Wahlprogramm die »beste medizinische Versorgung für Stadt und Land« und will die Ansiedlung von Ärzten fördern. 

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