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Trotz Corona-Maßnahmen
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Das Immunsystem macht keine Pause

Einige Krankheiten sind in der Corona-Pandemie seltener geworden. Doch in jüngster Zeit haben manche Menschen den Eindruck, unüblich häufig zu erkranken. Viele meinen, die körpereigene Abwehr sei aufgrund der Corona-Maßnahmen aus der Übung. Doch stimmt das?
AutorKontaktdpa
Datum 03.06.2022  12:00 Uhr

Grippeimpfung bleibt wichtig

Auch der derzeit beobachtete ungewöhnliche Affenpocken-Ausbruch könne nicht mit vermeintlich durch die Pandemie geschwächten Immunsystemen in westlichen Ländern erklärt werden, sagt Watzl. «Es ist vielmehr so, dass immer häufiger Krankheitserreger aus dem Tierreich auf den Menschen überspringen.» Das liege daran, dass Menschen zunehmend in bisher unerschlossene Gebiete vordringen – und an den zahlreichen internationalen Reisebewegungen. «Wir werden solche Erkrankungen in Zukunft noch häufiger sehen. Wenn man an das Aufkommen von MERS, SARS und SARS-CoV-2 denkt, sind die Affenpocken eher harmlos», sagt Watzl.

Vorsicht ist aus Sicht von Wissenschaftlern im kommenden Herbst geboten: «Wenn wir in diesen Jahren nun nicht mit Influenza in Berührung gekommen sind, kann es sein, dass uns das Virus in der Evolution «davonläuft», wir es also irgendwann mit einem Virus zu tun haben, das wir weniger gut kennen», schildert Salzberger. Das Immunsystem vergesse aber die alten Begegnungen nicht so schnell. Antikörper gegen Influenza nähmen über die Zeit der Pandemie kaum ab.

Dennoch: «Impfmüdigkeit in diesem Herbst und Winter wäre fahrlässig», betont Salzberger. «Jede Influenza-Impfung verbessert unsere Immunantwort auf eine Influenza-Infektion und das ist gerade für Risikopatienten extrem wichtig.»

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