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Dermokosmetika
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Das hilft bei trockener, empfindlicher Haut

Der Charme jugendlicher Haut beruht nicht nur auf Faltenfreiheit, sondern auch auf einem gewissen Glow. Stress, Trockenheit und Rötungen lassen die Haut dagegen alt aussehen. Was gegen das Spannungsgefühl hilft und wie man empfindliche, zu Neurodermitis neigende Haut am besten pflegt.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 19.08.2025  12:30 Uhr

Bakterien helfen bei Pflege

Auch eine intakte Hautflora schaffet es, die Ceramidbildung anzuregen und lange auf hohem Level zu halten. So ließ sich in Studien die Hautbarriere durch die Zugabe etwa von Lactobacillus casein, L. gasseri, Bifidobacterium animalis subsp. lactis oder B. longum (Omnibiotic® Skin) wieder regenerieren. 

Im Grunde sind Probiotika, Bakterienlysate, Flavonoide wie Licochalcon A oder Haferextrakt die Substanzen, die die S3-Leitlinie unter der Bezeichnung »Emollienzien plus« versteht. Diese Basistherapeutika werden von den Leitlinienautoren auch als »wirkstofffreie Vehikel« bezeichnet. Dennoch haben sie ihre Wirksamkeit bei atopischer Dermatitis unter Beweis gestellt. Entsprechende Formulierungen sind meist als Dermokosmetika oder Medizinprodukte auf dem Markt und nicht als Arzneimittel (wie Aveeno®, Dermasence® Vitop forte, Exomega® Control von A-Derma, Lipikar® Syndet AP+ Reinigungs-Cremegel).

Zusätzlich sollten die Dermokosmetika laut der Dermatologin eine gute Portion an Feuchthaltefaktoren enthalten, allen voran Harnstoff, Milchsäure, Glycerol, Pyrrolidoncarbonsäure oder Hyaluronsäure, um die Restfeuchte an epidermalem Wasser in der Haut zurückzuhalten und zu erhöhen. In der Säuglings- und Kleinkindpflege sei man mit Glycerol-haltigen Topika auf der sicheren Seite, so Staubach. Urea-Nebenwirkungen wie Hautirritationen, Rötungen und Brennen träten bei den Kleinen besonders häufig auf.

Bezüglich der Grundlage der Basistherapeutika bei atopischer Dermatitis ist Folgendes zu beachten: Während akut entzündete Haut mit nässenden Ekzemen nach wasserhaltiger Pflege verlangt (»feucht auf feucht«), braucht trockene, nicht entzündete Haut lipophile Grundlagen (»fett auf trocken«). Je akuter das Ekzem, also je röter die Haut, desto höher sollte der Wassergehalt der Grundlage sein, je trockener die Haut, desto lipophiler sollte die Formulierung ausfallen. Die Grundlage der Basistherapie richtet sich aber auch nach der Jahreszeit und den individuellen Vorlieben der Patienten.

Oberster Grundsatz eines geeigneten Präparates ist deshalb laut Staubach: »Die Formulierung muss dem Patienten von der Haptik her angenehm sein. Nur dann wird er es auch dauerhaft und in ausreichender Menge anwenden.« Ihr Tipp: Bei einem Vorabtest in der Offizin solle der Betroffene nicht nur mit der Fingerbeere testen, sondern die Zubereitung großflächiger auf dem Handrücken verteilen.

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