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Tierische Hilfe
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Das Antiviren-Programm der Lamas

Sie spucken, beißen und treten. Aber das wird man den Lamas möglicherweise alles verzeihen. Wissenschaftler hoffen, dass die Tiere eine Rolle im Kampf gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 spielen könnten. Der Grund dafür sind besondere Antikörper.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 07.05.2020  15:02 Uhr

Prophylaktische Gabe angedacht

Wie Mitautor Dr. Xavier Saelens, ebenfalls Universität Gent, gegenüber der »New York Times« mitteilt, haben die Lama-Antikörper noch eine weitere Besonderheit. Sie lassen sich leicht manipulieren, können beispielsweise mit anderen Antikörpern, einschließlich menschlichen, verknüpft oder fusioniert werden und bleiben trotzdem stabil. Dies taten die Forscher mit dem SARS-CoV-Antikörper und schufen einen humanisierten bivalenten Antikörper, der ebenfalls gegen SARS-CoV-2 in Zellversuchen wirksam war.

Die Wissenschaftler betonen, dass dieser Antikörper industriell in großen Mengen produzierbar wäre. Er könnte zum Beispiel prophylaktisch verabreicht werden, etwa Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Die Antikörper kämen einer passiven Immunisierung gleich, würden aber keinen dauerhaften Schutz bieten.

Die Forscher aus Gent und Austin wollen den Ansatz nun weiter vorantreiben. Vor dem Einsatz beim Menschen muss auch das Sicherheitsprofil in präklinischen Versuchen getestet werden. »Es gibt noch viel zu tun, um dies in die Klinik zu bringen«, so Saelens.

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